In würdiger Umgebung, auf Schloss Lenzburg, fand gestern die Feier zum 120jährigen Jubiläum der Villiger Söhne AG statt. Bei der Begrüssung seiner gut 200 Gäste – Politprominenz mit Statement zur Zigarre, Unternehmer und Freunde aus dem In- und Ausland – liess Heinrich Villiger die äusserst bewegten 120 Jahren Unternehmensgeschichte Revue passieren, erwähnte das jährliche Volumen von rund 600 Millionen Zigarren und Zigarillos, Beteiligungen wie 5TH AVENUE Products Trading GmbH oder Intertabak und kam natürlich auch auf die aktuellen Rahmenbedingungen zu sprechen:

“Auch vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wurde inzwischen zugegeben, dass die Zahl der Passivrauchertoten statistisch ermittelt wurde. (….) Der Journalist Oliver Janich schreib dazu unlängst im renommierten deutschen Magazin Focus Money: “Trotz über 100 Studien zum Thema gibt es keine einzige, die die Schädlichkeit des Passivrauchens nachweist.”
(…) Gerne vergessen wird von den Tabakgegnern die wirtschaftliche Bedeutung des Tabaks. Schon im September 1987 veröffentlichte ein internationales Tabakinformationszentrum in Brüssel eine Studie, wonach weltweit rund 100 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt mit Tabak verdienen und jährlich etwa 75 Milliarden US Dollar von der Tabakwirtschaft an Steuern abgeführt werden.
(…) Wir erwarten weder eine kurz- noch mittelfristige Wende. Unterdessen wird die Konzentration in der Tabakbranche weitergehen, weil kleinere Unternehmen dieser Entwicklung nicht gewachsen sind. Für unsere Gruppe blicke ich trotz des derzeitigen Antitabak-Klimas optimistisch in die Zukunft. Wir sind dank moderner Technik, starken Marken, eines weltweiten Vertriebsnetzes und dank eines guten Teams an Führungskräften gut gewappnet.”
Die ganze Ansprache wird, genauso wie die höchst interessanten Ausführungen von Bruder Kaspar Villiger, ehemaliger Bundesrat und Bundespräsident der Schweiz, zu politischen und volkwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, in den nächsten Tagen im Wiki Forum veröffentlicht. Vorneweg die Meldung von Swissinfo.ch zur Rede von Kaspar Villiger:
“Alt Bundesrat Kaspar Villiger nutzte die Gelegenheit, um vor der “helvetischen Regulierungswut” zu warnen. Gerade in hektischen Zeiten sei es legitim, wenn sich Menschen zwischendurch leisten, abzuschalten, in Ruhe Gedanken nachzuhängen und sich einer Zigarre hinzugeben, sagte Kaspar Villiger gemäss Redetext bei einem der selten gewordenen Auftritte nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat. Als freiheitsliebender Bürger ärgere ihn langsam die helvetische Regulierungswut, so Villiger. “Irgendwie sollen plötzlich alle bevormundet werden, nicht nur die Raucher, sondern auch die Fettleibigen, die Spieler, die Hundehalter, die Offroadfahrer, die Extremsportler, die Eltern usw.”
Anlässlich der Jubliäumsfeier wurde der neue Longfiller Villiger 1888 (das Gründungsjahr der Villiger Unternehmensgruppe) lanciert. Der Produzent, José Matías Maragoto Gonzáles, ein in der Domunikanischen Republik höchst erfolgreicher Unternehmer mit kubanischen Wurzeln, genoss mit Heinrich und Kaspar Villiger auf der Bühne die erste 1888, die in den Formaten Corona, Robusto, Short Robusto und Purito angeboten werden.

Und last but never least war natürlich auch Ricci mit von Partie. Er wirbelte in bekannter Manier durch die Gesellschaft und war einmal mehr vorzüglicher Botschafter für die Zigarre. Rechts sieht man ihn im Schlossgarten, wo unter freiem Himmel ein herrliches Dessertbuffet kredenzt wurde.
Ein rundum gelungener, wunderschöner Anlass. Wohlan, auf die nächsten 120 Jahre!
(Heinrich Villiger-Porträt: Andreas Jordi, Bildquelle: Das Herrenzimmer)