Rauchverbot

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Ab 1. Mai gilt das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen und führt unter anderem zur Tatsache, dass in Zigarrenfachgeschäften ohne Fumoir nicht mehr geraucht werden darf. Der Tages Anzeiger schreibt im Artikel “Selbst der Tabakladen wird rauchfrei“.

René Wagner darf seiner Kundschaft zwar noch Zigaretten, Zigarren und Pfeifen verkaufen, aber diese im Laden nicht mehr anzünden. Und der Kunde darf das Geschäft nicht mehr rauchend betreten. Wagner: «Das neue Gesetz bedeutet für mich einen gewaltigen Einschnitt in mein Geschäftsleben.» Der Einbau eines Fumoirs ist für ihn keine Lösung. Sein Ladenlokal ist mit 20 Quadratmetern zu klein, das Haus steht unter Denkmalschutz. Er sei nicht prinzipiell gegen das Gesetz und durchaus einverstanden, wenn in einem Speiserestaurant nicht mehr geraucht werden dürfe, sagt Wagner. Aber: «Die Degustation von Raucherware in Fachgeschäften für Raucherwaren zu verbieten, ist doch ein völliger Verhältnisblödsinn.» Wagner befürchtet einen Umsatzrückgang, denn viele Kunden wollten vor dem Kauf einer Kiste Zigarren zuerst ein Musterexemplar zur Probe rauchen.”

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Die htr Hotel Revue widmet den Focus der aktuellen Ausgabe den Auswirkungen der Rauchverbote auf die Hotellerie und Gastronomie. Und das in verschiedenen Artikeln und Facetten. Eine Auswahl: Unter “Fumoirs drei Mal anders” werden Alternativen zu klassischen Fumoirs aufgezeigt, “Rauchverbot drückt auf den Umsatz” widmet sich betriebswirtschaftlichen Perspektiven, “Rauchen: Wer darf was?” visualisiert die unterschiedlichen kantonalen Bestimmungen und der Artikel “Ein kostspieliges Muss” präsentiert das so wichtige Segment von Cigar Lounges mitsamt einem Kurzinterview mit dem “Cigarman of the Year 2010″, dem Gstaader Hotelier Thomas Frei:

“Thomas Frei, Sie haben in Ihre neue Cigar-Lounge 250000 Franken investiert. Amortisieren Sie diese Kosten?

Nein, das ist nicht möglich. Aber es ist ein wichtiges Zeichen für meine Gäste, für mich als Hotelier und Zigarren-Raucher. Mir ist es wichtig, dass wir in unserem Rauchsalon «Smoking» Genuss stilvoll zelebrieren. Mit einer Whisky-Auswahl von rund 80 verschiedenen Sorten decken wir viele Wünsche ab. Natürlich haben wir auch eine grosse Zigarrenauswahl.

Wird denn gut konsumiert in Ihrem Fumoir?

Das variiert sehr: von einem Mineralwasser bis hin zu zwei Flaschen Whisky. Die Lounge ist seit 1. Juli 2009, als das Rauchverbot im Kanton Bern in Kraft trat, geöffnet. Heute zieht die Location immer mehr Besucher an, die nicht bei uns im Hotel wohnen.

Hat diese positive Entwicklung auch damit zu tun, dass Sie mit dem Titel «Cigarman of the Year 2010» ausgezeichnet wurden?

Auf jeden Fall hat diese Auszeichnung von Davidoff und Gault Millau meine mediale Präsenz schweizweit verstärkt. Der «Cigarman» ist für mich ein willkommenes Marketinginstrument und freut mich sehr.

Das Palace Gstaad hat jüngst zwei Cigar-Lounges eröffnet. Ist das eine Konkurrenz für Sie?

Nein, im Gegenteil, es zeigt, dass wir uns mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen. Ich denke aber auch, heute muss sich jedes 5-Sterne-Hotel überlegen, wo die rauchenden Gäste bedient werden können. Eine Smoker-Lounge gehört im Zuge der neuen Bestimmungen bei einem Hotel im oberen Segment dazu.”

Das Cigar Wiki bietet ein Verzeichnis zigarrenfreundlicher Lokale in Deutschland und der Schweiz; weitere Nennungen oder Hinweise auf die Wandlung bestehender Einträge zu Nichtraucher-Lokalen nehme ich sehr gerne entgegen.

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Radio DRS und Online Medien melden, dass eine Volksinitiative “für ein liberales Rauchgesetz” gestartet wird. Suedostschweiz.ch schreibt unter “Gegner von Rauchverboten lancieren Initiative“:

“Die Initiative «für ein liberales Rauchergesetz» hat zum Ziel, die Rauchverbote rückgängig zu machen. Die Initianten fordern, dass über Rauchverbote in Innenräumen einzig der Eigentümer befindet. Dies soll auch für öffentlich zugängliche Räume gelten.

Namentlich aufgezählt werden im Initiativtext Restaurations- und Hotelbetriebe, Gebäude und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs sowie Gebäude, die der Ausbildung, dem Sport, der Kultur oder der Freizeit dienen.”

Benötigt werden 100′000 Unterschriften innert 18 Monaten.

Gegenpol ist die Volksinitiative “Schutz vor Passivrauchen” der Lungenliga, die in den ersten sechs Monaten rund 85′000 Unterschriften generiert hat.

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Es ist manchmal schon ärgerlich, wenn man Insiderkenntnisse braucht, um ein zigarrenfreundliches Lokal zu finden. Aber im Gegensatz zu früheren Zeiten sind die derzeitigen Rauchverbotsauswirkungen als milde zu bezeichnen. Anbei ein Auszug aus der Rezension zu “Tobacco in Russian History and Culture. From the Seventeenth Century to the Present”1 bei H-Soz-u-Kult:

“Am Anfang stand das Verbot des Tabaks im 17. Jahrhundert. Dieses dauerte im Moskauer Reich 70 Jahre an. Grund für diese ungewöhnlich lange Dauer war, so Matthew P. Romanello („Muscovy’s Extraordinary Ban on Tobacco“), das Zusammenspiel der religiös-moralischen Abneigung der Herrschenden gegen jenes „ketzerische“, als protestantisch-calvinistischer Import verachtete Produkt und der Unfähigkeit des Staates, daraus ökonomischen Profit zu schlagen. Gleichzeitig befürchteten die Herrscher eine Verarmung der Untertanen durch das neue Suchtmittel. Im Gefolge des Verbots florierte allerdings der mit hohen Strafen belegte Schmuggel und illegale Handel. Die „Uloschenie”, der Strafkodex von 1649, enthält 11 Paragraphen zur Beschränkung des Tabakhandels; die Strafen hierfür reichen von Knutenhieben und dem Ausreißen der Nasenflügel bis hin zur Todesstrafe. Zunächst war es nur der Staat, der sich einer „Überfremdung“ der Untertanen durch das neue Produkt entgegenstellte. Die orthodoxe Kirche begann erst Ende des 17. Jahrhunderts, den Tabakkonsum als Sünde aufzufassen (…)”

Heute ist der russische Markt höchst interessant. Im Summary der aktuellen (und kostenpflichtigen) Studie “Tobacco in Russia” von Euromonitor International wird festgehalten, dass der Trend hin zu Premium-Tabakprodukten trotz der Finanzkrise ungebrochen sei.

1 Sonja Margolina: Rezension zu: Romaniello, Matthew P.; Starks, Tricia (Hrsg.): Tobacco in Russian History and Culture. From the Seventeenth Century to the Present. London 2009, in: H-Soz-u-Kult, 17.02.2010, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-1-121>

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Im Posting “Aus der Zeit der Zigarren-Werbung” habe ich ein Bild der beiden “Tim und Struppi”-Protagonisten Schulze und Schultze mit Zigarre publiziert. In der Türkei würde solcherlei zu hohen Bussen führen. Persoenlich.com schreibt heute im Artikel “Türkische Medienwächter sind hinter “Tim und Struppi” her“:

“Die Comic-Serie “Tim und Struppi” hat mit einem Verstoss gegen türkische Tabak-Gesetze die Medienwächter des Landes auf den Plan gerufen. Der Privatsender TV8 zeigte die Figur Kapitän Haddock mit seinem üblichen Accessoire: einer Pfeife. Dies trug dem TV-Sender eine Busse von 50′000 Lira (rund 73′000 Franken) ein, wie türkische Zeitungen am Mittwoch berichteten.”

Laut Middle East Online rauchen in der Türkei 48 Prozent aller Männer.

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Wandlöcheriges Rauchverbot

Speziell, wenn man Anti-Rauchverbots-Stories aus der Schweiz bei Telegraph.co.uk findet. Im Artikel “Swiss smoking ban evaded by holes in wall” schreibt das Traditionsblatt über eine bemerkenswerte Lösung im Restaurant Caravelle im freiburgischen Bösigen: Der Wirt Dino Lottaz hat drei Löcher in die Aussenwand schlagen lassen. Eines für den Kopf und zwei für die Arme. Der Raucher steht in der Gaststube, Kopf, Arme und Zigarette befinden sich technisch (und juristisch) gesehen aber im Freien. Et voilà.

Nun, für den Zigarrengenuss ist das kein probates Mittel. Eine erfrischende Geschichte in fanatisiertem Umfeld ist dies aber allemal.

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Weil ein Rauchverbot an den Stränden und anderen öffentlichen (outdoor) Plätzen zu “nanny state” (also, zu übervorsorglich) sei, hat sich der neuseeländische Premierminisiter John Key laut stuff.co.nz gegen solcherlei Ansinnen ausgesprochen. Key ist dezidierter Nichtraucher. Ein Rauchverbot an Stränden scheint ihm aber eine zu extreme Massnahme zu sein. Fürwahr.

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FAZ.net schreibt in “EU nimmt Prominente ins Visier – Repressionen gegen Raucher“:

“Die EU fordert strengere Repressionen gegen Raucher. (…) Danach sollten die Mitgliedstaaten aber “eine aufsehenerregende Strafverfolgung betreiben, um die abschreckende Wirkung zu verstärken”.  (…) Prominente wollen die Politiker bei ihrem Aktionsprogramm besonders ins Visier nehmen: Wenn festgestellt werde, dass diese sich bewusst über Rechtsvorschriften hinweggesetzt haben, könnten die Behörden hier ihre Entschlossenheit demonstrieren, heißt es in dem Beschluss. Sie sollten dann “mit rigorosen und zügigen Maßnahmen reagieren”, um die größtmögliche Aufmerksamkeit zu erregen.”

Da können wir aber froh sein, sind inquisitorische Scheiterhaufen mittlerweile verboten.

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… mal wieder eine Meldung aus Antitabak-Absurdistan. Der Tages Anzeiger schreibt im Artikel “Achtung, Rauchen kann Ihre Garantie gefährden“:

“Bad News für rauchende Mac-Nutzer: Apple verweigert Kunden die Reparatur ihrer Computer, wenn diese in einem Raucherhaushalt stehen. (…)

Techniker könnten bei mit derartigen Stoffen kontaminierten Geräten aus Sicherheitsgründen keine Reparaturen machen. Beide Fälle wurden von der US-Konsumentschutzorganisation «Consumers Union» publik gemacht.”

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Der Bundesrat (s. offizielle Pressemitteilung) hat heute das Gesetz und die Verordnung zum Schutz vor Passivrauchen auf den 1. Mai 2010 in Kraft gesetzt. Die NZZ schreibt im Artikel “Mit dem Frühling kommt das Rauchverbot” zum verbleidenden “Freiraum”:

“Ausnahmen sind aber möglich. Etwa können weniger als 80 Quadratmeter grosse Restaurationsbetriebe als Raucherlokale zugelassen werden. Grössere Lokale können Fumoirs für Raucher einrichten. Wer in einem Einzelbüro oder im Freien arbeitet, darf ebenfalls rauchen. Schluss mit Rauchen ist hingegen in Einkaufszentren, Schulen, Kinos und Sportanlagen.”

Update: 29.10.2009Wirte lancieren Initiative gegen Rauchverbot, Tages Anzeiger

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