Herstellung

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Nachdem der kubanische Tabak geerntet, gelagert und zur Weiterverwendung vorbereitet ist, gelangt der in die Galera de Torcido und wird nun von den Torcedores zu Zigarren verarbeitet:

Die Torcedora legt vor sich zwei (manchmal drei) Blätter, die das Umblatt bilden. Danach gruppiert sie die Blätter der Einlage, biegt jedes Blatt und richtet es aus, um zu gewährleisten, dass der Rauch ohne Unterbrechung durchziehen kann. Das Blatt mit dem kräftigsten Geschmack und der langsamsten Brennbarkeit wird in die Mitte der restlichen Blätter gelegt. Danach formt die Torcedora den “Bonche” (Puppe) durch Zusammenrollen der Blätter der Einlage mit denen des Umblatt. Die “Bonches” werden etwa 30 Minuten lang gepresst, um ihnen eine Form zu geben. Nach der Vorbereitung des Deckblattes wird der “Bonche” darauf gelegt und in das Deckblatt gewickelt. Mit grossem Geschick wird das Deckblatt gedehnt, um ein einwandfreies Aussehen zu erhalten. Schließlich werden der “Gorro” (Kappe) aufgesetzt und die Zigarre mit der Guillotine auf das gewünschte Mass zugeschnitten.

Der innere Teil einer Havanna-Zigarre, die Einlage (tripa), Quelle des vorzüglichen Geschmacks und der einzigartigen Aromenvielfalt, die eine Habano sofort von allen anderen Zigarren unterscheidet, enthält drei unterschiedliche Sorten von Blättern:

  • Volado (flüchtig): leichte Tabakqualität (fortaleza 1 = Stärke 1), leicht entflammbares Tabakblatt
  • Seco (trocken): aromatisch-würziges Blatt (fortaleza 2), mittlere Entflammbarkeit
  • Ligero (leicht): sehr kräftiges, würziges Blatt, Geschmackshöhepunkt (fortaleza 3), langsamer Abbrand

(Textquelle: Cigar Wiki – Zigarrenfertigung; Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

Am Montag dann folgen “Qualitätskontrolle, Escparate und Fertigstellung”. Happy Weekend-Smokes!

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Nach der “Vorbereitung” folgen diese Arbeitsschritte der Zigarrenfertigung:

Drei Jahre nachdem das erste Blatt geerntet wurde, kommt endlich der Moment, in dem die Blätter zu einer Habano werden. Es gibt vier verschiedene Kategorien der Torcedores (Zigarrenroller) und nur der der höchsten Kategorie darf die größeren und schwierig zu fertigenden Habanos fertigen. Von den komplizierteren Vitolas (Formaten) werden am Tag lediglich 60 Stück von einem Torcedor gerollt.

Die Galera ist das Herzstück der Manufaktur. Hier stellen die Torcedores die verschiedenen Marken und Vitolas (Formate) der Habanos her. Die einzigen Werkzeuge bei der manuellen Herstellung einer Zigarre sind:

  • ein Brett (tabla)
  • ein Messer (chaveta)
  • eine Guillotine
  • ein Topf mit natürlichem Klebstoff
  • eine Messlehre (cepo)
  • eine Hülse (casquillo)

Wichtig sind vor allem erfahrenen Hände, die von keiner Maschine ersetzt werden können. Die meisten Torcedores sind Frauen. Wahrscheinlich ist dies das einzige, das sich bei dieser traditionellen Herstellung von Zigarren in Handarbeit geändert hat, wo viele Jahre Erfahrung notwendig sind, um Spitzenklasse zu erlangen. Im Jahre 1865 wurde vorgeschlagen, dass die Torcedores ihrer Arbeit lieber nachgehen würden, wenn während der Arbeit vorgelesen wird. Damit wurde der Vorleser (Span. “Catador”) geschaffen. Einige der in den Fabriken vorgelesenen Werke wie „Romeo und Julia“ und „Der Graf von Montecristo“ wurden so populär, dass man danach Marken von Habanos benannte.

(Textquelle: Cigar Wiki – Zigarrenfertigung; Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

Morgen folgt “Die Kunst der Torcedores”.

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Machen wir nach den drei jüngsten Beiträgen zur Tabakernte und der Weiterverarbeitung doch gleich weiter mit der der Fertigung von Zigarren. Die einzelnen Schritte sind im Cigar Wiki detailliert beschrieben. Anbei Teil 1:

Die Zeit hat ihren Dienst getan und endlich ist das Blatt fertig, um seine Rolle bei der Fertigung einer Habano zu übernehmen. Sie findet in den legendären Tabakmanufakturen in Havanna statt, in denen sich der Herstellungsprozess in den letzten 200 Jahren kaum verändert hat.

Die empfindlichen Deckblätter (“Capa“) werden in der “Moja” genannten Abteilung vorbereitet. Hier werden die Bündel von 40 oder 50 Blättern durch feines Besprühen mit Wasser angefeuchtet. Ziel dieses Verfahrens ist es, dem Blatt wieder sein seidiges und gleichförmiges Aussehen sowie seine Elastizität zu verleihen. Die Blätter werden kräftig durch sorgfältiges Wedeln geschüttelt, um sie vom überschüssigen Wasser zu befreien und damit jeden möglichen Fleck zu vermeiden. Danach werden sie in Rahmen gehängt und anschließend in Kammern gebracht, in denen eine kontrollierte relative Temperatur und Feuchtigkeit herrscht. Sie werden so lange gelüftet, bis die Feuchtigkeit gleichmässig absorbiert ist.

Danach werden von hochqualifizierten Arbeitern in Handarbeit die Rippen entfernt und die Sortierung der Deckblätter durchgeführt. Die Rippenentfernung (despalillo) besteht darin, mit einem sicheren Griff die Hauptrippe jedes Deckblatts zu entfernen und dadurch die Pflanze für die Sortierung in zwei Hälften zu trennen. Der “Rezagador” gruppiert die Deckblätter in 20 definierte Größen und Schattierungen. Da in dieser Abteilung sehr viele Frauen arbeiten, bestätigt sich der volkstümliche Mythos, dass die Habanos auf den Schenkeln junger Frauen gerollt werden.

Die Blätter für Einlage und Umblatt werden sorgfältig aus ihren Behältern (pacas) genommen und geprüft. Wenn notwendig, werden sie gelüftet, um die überschüssige Feuchtigkeit zu entziehen.

Ein aussergewöhnliches Merkmal des kubanischen Tabaks liegt darin, dass eine so kleine Anbaufläche der Vegas Finas de Primera (Tabakpflanzungen erster Qualität; s. Anbauregionen) eine so große Vielfalt von Geschmack hervorbringen kann. Die Abteilung, in der die “Ligadas” (die Tabakmischungen) zusammengestellt werden, wird auch “La Barajita” genannt, da dieser Prozess der Zusammenstellung zu Blattgruppen wie das Mischen eines Kartenspiels aussieht. Es besteht eine feste Verbindung zwischen der Fabrik und den Anbaugebieten, aus denen die Blätter für die in dieser Fabrik hergestellte Marke stammen. Es gehört in den Verantwortungsbereich des Maestro Ligador (Mischmeister), von dem täglich verwendeten Tabak eine Geschmacksprobe zu entnehmen. Er kennt die Mischung jeder Marke und Vitola, er ist der Hüter der Konsistenz. Der Ligador stellt Lose in genauen Proportionen her und übergibt sie täglich den Torcedores, damit sie ihrer Arbeit nachgehen können.

(Textquelle: Cigar Wiki – Zigarrenfertigung; Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

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Das Bild im gestrigen Beitrag (“Kubanischer Zigarrentabak: Erntezeit“) zeigt übrigens die Lufttrocknung in einer Casa de Tabaco (Trockenscheune). Im Cigar Wiki sind unter “Tabakanbau” die Schritte nach der Ernte beschrieben:

Die abgeernteten Blätter werden in die “Tabakhäuser” der Pflanzer gebracht und dort an der Luft getrocknet. Es handelt sich um eine langsame und sorgfältige Trocknung, bei der Feuchtigkeit entzogen wird und wobei das Blatt nach und nach einen goldenen Farbton annimmt. Die Blätter werden aneinandergereiht und nebeneinander an Stangen aufgehängt. Sobald die Trocknung der Blätter voranschreitet, werden die Stangen in den oberen Teil der “Tabakhäuser” verlagert.

Nach der Trocknung wird das abgetrockenete Blattgut in die Escogida (Auslese) gebracht.

In der Escogida werden die Blätter für Deckblatt, Einlage und Umblatt einer ersten natürlichen Fermentation unterzogen. Bei diesem Prozess wird der Geschmack der Einlageblätter weicher und die Farbe der Deckblätter einheitlicher. Das Verfahren wird ständig überwacht, um die gewünschten Temperatur- und Feuchtigkeitsparameter einzuhalten.

Alle Blätter müssen klassifiziert werden. Für die Deckblätter gibt es eine Klassifizierung in über 50 verschiedene Kategorien, je nach Grösse, Farbe und Textur, um sicherzustellen, dass eine Habano nur aus den besten Blättern gefertigt wird. Nach einer Ruhezeit werden die Deckblätter in Bündel gepackt, um im Anschluss daran, ähnlich wie ein sehr guten Wein, reifen zu können.

(Bilderquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

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Apropos 5TH Avenue: Im September wird die bekannte Torcedora Juana Ramos Guerra (“Juanita”) nach Deutschland kommen und die nördlichen Fachhandelsgeschäfte mit ihrer Handwerkskunst beehren:

“Von Mitte September bis Ende Oktober wird Juana Ramos Guerra die Kunst des Cigarrenrollens im deutschen Fachhandel, vor allem in Habanos Specialist-Geschäften und La Casas del Habano, demonstrieren.

Seit vielen Jahren ist die Rollerin der neunten Kategorie ein fester Bestandteil der Casa del Habano im Hotel Meliá Cohiba in Havanna. Ihr Handwerk hat sie in der berühmten Manufaktur El Laguito gelernt, in der die Cigarren der Marke Cohiba hergestellt werden.

5th Avenue freut sich besonders über den ersten Besuch dieser sympathischen Torcedora in Deutschland. In der Schweiz konnte sie bereits mehrmals ihr Können unter Beweis stellen.”

(Bildquelle: 5TH Avenue)

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In der Galera, dem Herzstück der Zigarrenmanufakturen (s. auch “Geschichte der kubanischen Manufakturen“), stellen die Torcedores die verschiedenen Marken und Vitolas (Formate) der Habanos her. Die Werkzeuge für die manuelle Herstellung einer Zigarre sind:

  • Brett (tabla)
  • Messer (chaveta)
  • Guillotine
  • Topf mit natürlichem Klebstoff
  • Messlehre (cepo)
  • Hülse (casquillo)

(Quelle: Cigar Wiki – Zigarrenfertigung; Bildquelle: 5TH Avenue)

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Den kubanischen Torcedor Reynaldo Gonzáles Jimenez habe ich einige Male schon erwähnt. 5TH Avenue informiert heute nun über die Habanos Torcedor-Tournee 2010 (Daten im xls-Format) mit diesem Spitzenroller:

“Von Mitte April bis Ende Mai präsentiert Reynaldo González Jimenez seine Kunstfertigkeit in einigen Habanos Specialist-Geschäften und La Casas del Habano in Deutschland.

Viele Habanos Festival-Besucher und Cigarrenliebhaber aus Deutschland kennen und verehren den exzellenten Torcedor aus der La Casa del Habano im Hotel „Conde de la Villanueva“. Sein kleines, aber feines Geschäft mitten in der Altstadt von Havanna lässt sich ohne Übertreibung als ein Mekka für Aficionados bezeichnen. Der Grund dafür liegt nicht nur in seiner Meisterschaft beim Rollen von Cigarren. Er hat außerdem ein ganz besonderes Gespür für aktuelle Cigarrentrends und bietet in seiner Casa deshalb stets ganz besondere, von ihm selbst gerollte Cigarren an. Dabei scheut er sich auch nicht vor den am schwierigsten zu fertigenden Formaten.

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Laut Jahreszyklus des kubanischen Tabaks stecken wir derzeit in der Trocknungsphase der geernteten Tabakblätter. Sie dauert noch bis Ende April.

Im Juni beginnt dann wiederum die Vorbereitung des Bodens für die nächste Saat.

Ab Ende Oktober kommen die Pflanzenschulen an ihren definitiven Standort.

Die Ernte beginnt im Dezember.

(Bilderquelle: 5TH Avenue)

Danach folgen viele weitere Arbeitsschritte, bis der Tabak schliesslich und endlich für die Zigarrenproduktion eingesetzt werden kann.

Vergegenwärtigt man sich beim Genuss einer Havanna ab und wann diesen enormen Arbeitsaufwand und das notwendige Know-how, dann schmecken sogar die besten Zigarren gleich noch ein Quäntchen besser.

Im Cigar Wiki sind die Arbeitsschritte detailliert beschrieben. Wer es gerne konzentriert hat, findet auch ein bebildertes Lexikon vor.

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Unter anderem im Beitrag “Neue Havanna-Zigarren 2010” habe ich das künftige spezifische Frauenforomat Romeo y Julieta Julieta erwähnt.

(Bildquelle: Habanos S.A.)

Habanos S.A. schreibt dazu, dass es sich um eine aus bestem kubanischem Tabak aus Vuelta Abajo gefertigte Vitola handle, welche den Frauen gewidmet sei. Den Frauen ganz allgemein und insbesondere auch den Frauen, die im Tabakanbau und bei der Zigarrenfertigung eine entscheidende Rolle spielten – und das sind viele. Die “Julieta” wurde am Festival del Habano Ende Februar präsentiert und sorgte für einige Skepsis und Aussagen, wonach Zigarren rauchende Frauen – und auch davon gibt es viele – die Standardformate liebten und kaum auf eine spezielle Frauen-Vitola umsteigen würden. Dieses Gefühl stützt mitunter auch die im Beitrag “What Do Women Want?” zitierte Essenz einer Umfrage:

“24 Prozent der befragten Frauen fühlen sich mächtig, 25 Prozent attraktiv, 15 Prozent stark, 43 Prozent fröhlich und 22 Prozent rebellisch, wenn sie eine Zigarre geniessen. Bei den Männern waren diese Werte sehr viel tiefer. Demgegenüber fühlen sich 97 Prozent der befragten Männer friedvoll beim Zigarrengenuss, bei den Frauen sind das lediglich 76 Prozent.”

Aber auch schon bei der Einführung der Montecristo Open-Linie war die anfängliche Skepsis übergross, die Lancierung entpuppte sich dann aber als Riesenerfolg (s. unter anderem “Deutschland steigert 2009 den Havanna-Absatz“). Mal sehen, wie sich das erste frauenspezifische Havanna-Format schlagen wird.

Demgegenüber feierten an besagtem Festival del Habanos aussergewöhnlich kräftige Zigarren grosse Erfolge. Über die neue Superpremiumlinie von Cohiba, mit der BKH 56, 54 und 52, wurde schon viel geschrieben. Ich durfte das Flagschiff davon testen und kann nachvollziehen, dass einige Kommentatoren von flauem Gefühl im Magen und Kribeln unter der Schädeldecke gesprochen haben. Insbesondere die Zugabe von “Medio Tiempo” in der Einlage (s. auch “Christoph A. Puszkar zur Cohiba Behike“) sorgt für eine sehr kräftige – aber absolut hervorragend schmeckende – Mischung. Auch die Edicion Regional 2010 Ramón Allones Exclusivo Alemania, die ich vor einigen Tagen testen durfte, ist herrlich und überdurchschnittlich kräftig.

Vielleicht markierte die Montecristo Open den Höhepunkt von eher leichten Havannas und uns steht das Comeback  von kräftigeren Exemplaren bevor. Es sei höchste Zeit, dass wieder “Zigarren für richtige Kerle” kreiert würden, flachste ein Kollege gestern bei der Diskussion über die Thematik. Trotz Schmunzeln war im Kern reales Wunschdenken zu vernehmen. Bis vor 20 Jahren hätten die Havannas durchs Band kräftiger Mischungen geboten, meinte der erfahrene Aficionado. Seiner Meinung nach, und die habe ich mehrfach schon gehört, seien die Mischungen zwischenzeitlich durchwegs leichter geworden. Er tippt auf anfängliche Marketingüberlegungen wider den Mythos von ausschliesslich kräftigen Havannas, der sich dann verselbstständigt und auf alle Labels übergegriffen habe.

Nun, das ist Spekulation. Aber offensichtlich wird der Trend zu immer leichteren Zigarren zumindest unterbrochen und Habanos S.A. lanciert nun dezidiert wieder stärkeren Tobak. Ich kann mir vorstellen, dass viele Aficionados – und auch Aficionadas – glücklich wären, wenn die einst für kräftige Mischungen berühmten Labels wie Partagas, Bolívar, Saint Luis Rey und Co., ihrem Ruf wieder gerecht werden würden. Wir werden es erfahren.

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Farbbestimmung

(Bildquelle: 5THAVENUE Products Trading GmbH)

In der “Escogida” (Auslese) werden die Blätter zuerst nach Farben und Farbtönen in einem Muster von Spalten und Reihen gruppiert, wobei es leicht über 60 Schattierungen geben kann. Es wird sehr sorgfältig darauf geachtet, dass alle Zigarren in einer Kiste exakt den gleichen Farbton haben. In einer zweiten Auswahl werden die Zigarren innerhalb jeder Farbschattierung ausgewählt und in der Kiste von dem dunkelsten Farbton bis zum hellsten von links nach rechts angeordnet.

Anbei die Abbildung der Grundfarben:

grundfarben

Die Begriffe finden sich auch im bebilderten Zigarren-Lexikon des Cigar Wiki.

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