Bauchbinde

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Die Geschichte der Blauen Mauritius auf den Punkt gebracht: Die 500 Stück umfassende erste Serie der Briefmarke der einstigen britischen Kronkolonie Mauritius wurde so berühmt, weil statt des üblichen “Post Paid” ein “Post Office” aufgedruckt wurde und damit die Spekulation über einen Fehldruck der äusserst seltenen Briefmarken genährt wurde. (Bildquelle: Wikipedia)

Den Begriff “Blaue Mauritius”, angereichert mit dem Zusatz “der Cigarrenwelt”, verwendet Heiko Poerz von Clubcigarren.com nun im Kontext mit einem Kuriosum der kubanischen Zigarrenfertigung: Aus einem aufgelösten Bestand eines Grosshändlers konnte er Havannas mit Boxdaten 2000 bis 2008 erstehen. Beim Testen stiess er auf ein Kistchen Romeo y Julieta Churchill (Alutubo-Version) und der erstaunlichen Tatsache, dass des üblichen goldfarbenen Rings ein zweiter angebracht war, der normalerweise die Romey y Julieta Short Churchills kennzeichnet. Da der Ursprung lückenlos belegt werden konnte, stellte Christoph A. Puszkar von 5TH Avenue auf Nachfrage fest, dass es sich wohl schlicht und einfach um ein Versehen beim Anbringen des Rings, Anillado genannt, handeln muss.

(Bildquelle: Clubcigarren.com)

Falls Sie ebenfalls Spezielles, Kurioses oder auch einfach Informatives einem breiten, zigarreninteressierten Publikum zukommen lassen wollen, stehe ich mit dem Verbund von Blog, Twitter-Account und Cigar-Wiki gerne zur Verfügung.

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Ich musste den Wiki-Text zur Bauchbinde (sp. Anilla) ändern. Grund: Am Festival del Habano besuchte ich einen Vortrag von Adriano Martínez Rius, unter anderem Co-Autor der berühmten illustrierten Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren, über die Geschichte der kubanischen Zigarren-Manufakturen.

Rius, der Fachmann auf dem Gebiet der Zigarren-Geschichte, erklärte, dass nicht der Holländer Gustave Bock alleine die Bauchbinde erfunden habe. Die entscheidenen Impulse habe der in Gallizien geborene Ramón Allones gegeben. Allones gründete eines der ältesten, heute noch gehandelten Havanna-Labels und erfand unter anderem auch die 25er- und die 8-9-8-Verpackung (s. auch Zigarrenverpackungen). Rius bezeichnete Ramón Allones als ersten Zigarren-Unternehmer der Geschichte mit ausgeprägten Marketingfähigkeiten.

Noch ein Wort zum Setting des Vortrags: Im Palacio de Convenciones in Havanna sassen rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörer aus aller Welt. Nicht einfach nur so, wie das bei uns üblich ist. Nein, mindestens zwei Drittel der Anwesenden rauchten während des hervorragenden Vortrages genüsslich ihre Havannas. Herrlich.

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Auf ein Wort zur Vitolaphilie

Den Begriff “Vitola” kennen wir – oder finden ihm im Cigar Wiki erklärt und illustriert. In Verbindung mit “-philie” (vom griechischen philos, Freund, und damit Vorliebe bezeichnend) nennt ihn “Freies Wort” im Artikel “Historischer Exkurs auf Bauchbinden“. Er erzählt von der Leidenschaft von Rolf Ultsch, der während der letzten 40 Jahre über 5000 Zigarrenringe gesammelt hat. 

Bei uns bezeichnet “Vitola” übrigens die Gestalt der Zigarre; in Spanien die Bauchbinde, welche auf Kuba wiederum Anilla genannt wird. Erklärungen findet man im illustrierten Lexikon im Cigar Wiki.

(Bildquelle: 5THAVENUE Products Trading GmbH)

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Im Beitrag “Zigarren-Auswahlkritieren” habe die Bauchbinde erwähnt. In Spanisch heisst sie nicht wie vielseitig verwendet “Vitola”, sondern “Anilla“. Die Vitola bezeichnet vielmehr die Gestalt einer Zigarre. Fernando Ortiz Fernández hat dazu im Jahr 1940 geschrieben:

“Sie ist Form, Gestalt und Aufriß; dennoch ist sie mehr als nur eine geometrische Festlegung. Die Vitola schließt auch eine soziale Haltung ein. Sie bezeichnet die der Cigarre. Aber wenn der Raucher sie für sich auswählt, sucht er in ihr eine Spur seines Wesens. Als Form der Zigarre ist die Vitola gleichzeitig auch ihr “Modell”, und sie wird zu der Person, die sie als eine Geste oder eine Gebärde seiner eigenen Persönlichkeit genießt. Die Cigarre hat immer etwas Darstellendes. Die Vitola ist eine Kalibrierungschablone, doch beim Raucher übernimmt sie auch die Rolle bejahender Selbstdarstellung.”

Der ausführliche Artikel ist im Cigar Wiki zu finden.

Beste Grüsse, A.

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Wir diskutierten jüngst über die Frage, ob das Auge bei der Zigarre mitgeniesse, wie das beim Essen sprichwörtlich auch der Fall ist. Die Runde war zweigeteilt: Die Hardcore-Aficionados mit Fokus auf Geschmack und Deckblattqualität und die visuell geprägte Fraktion. Peinlich, aber ich war quasi gut-schweizerisch neutrale Schnittstelle. Kenne ich Zigarren nicht, wähle ich mit Sicherheit nach optischen Gesichtspunkten aus. In den Anfangszeiten, ohne jegliches Wissen um die einzelnen Labels, gefielen mit z.B. die Partagas Série D Nr. 4, die Hoyo de Monterrey Épicure Nr. 2 und die ganze Cohiba-Palette am besten. Deckblatt und Banderole wirken meines Erachtens edel. Seit der Neugestaltung gehören die Zigarren von H. Upmann auch in diese Kategorie.

Die erwähnten Hardcore-Aficionados greifen sich angesichts solcher Kriterien an den Kopf – Marketingleute tun das nicht ;-)

Beste Grüsse, A.

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