Alejandro Robaina

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Zu Ehren von †Don Alejandro Robaina werden derzeit viele Havannas des Labels “Vegas Robaina” gekauft und geraucht. Die Geste ist sehr schön, der Zusammenhang zwischen dem am Samstag verstorbenen Grossmeister des kubanischen Tabakanbaus und dem Label “Vegas Robaina” ist aber marketingtechnischer Natur. Wer das Vergnügen hatte, eine seiner auf der Finca gefertigten Zigarren geniessen zu dürfen, weiss, wie grandios eine “echte Robaina” schmeckte. Demgegenüber gehören die “Vegas Robaina”-Zigarren nicht zur qualitativen Habanos-Spitze und sind auch nicht aus Robaina-Tabak hergestellt.

Zu Ehren des grossen Mannes kann also irgendeine sehr gute kubanische Zigarre gekauft und genossen werden. Der  Einfluss seines Lebenswerkes auf den wirklich guten kubanischen Tabak geht weit über eine einzelne Marke hinaus.

Zuguterletzt: Die New York Times schreibt zu den Zigarren mit Robainas Namen und Konterfrei im Artikel “Alejandro Robaina, Grower for Top Cuban Cigars, Dies at 91“:

“Robaina, making him the only Cuban grower to have a brand of cigars named after him. In Cuban Spanish, a vega is a tobacco field.

It is a somewhat curious honor, since experts find it hard to detect the presence of Robaina leaves in the product. “Not only does it look rough, it smokes rough, too,” wrote James Suckling, a writer for Cigar Aficionado who visited Mr. Robaina many times over the years. About three million Vegas Robainas are produced annually, packaged in a box whose lid shows Mr. Robaina holding a cigar, with his tobacco fields and a curing barn in the background.

Mr. Robaina discreetly sidestepped questions about his namesake product. At times he seemed mystified by it. But he remained confident about his leaves.”

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… war der Schlusssatz einer Leser-Mail. Nun, ein Havanna-Brand, der Don Alejandro Robainas Namen trägt,  verspricht schon einiges. Da Geschmack aber eh völlig individuell ist, sag ich mein persönliches Urteil grad heraus: “Nichts. Oder zumindest nicht viel.” Ich habe immer mal wieder probiert, aber diese Vegas Robainas schmecken mir einfach nicht.

Uh, diese marketingtechnisch so genannten Zigarren sind aber selbstverständlich nicht mit echten Robainas – also Zigarren, die direkt aus aus dem Hause Robaina kommen – zu verwechseln. In Havanna kriegt man ab und wann eine gereicht. Und dann gibt es noch die vielen, vielen Aficionados, die zu ihm pilgern und im besten Fall direkt beschenkt werden. Diese Zigarren sind absolut fantastisch.

Persönlich empfinde ich diesen Robaina-Personenkult – trotz allergrösstem Respekt vor seinen unglaublichen Leistungen für den Tabakanbau und die Zigarre – etwas abstrus. Während zwei Festivals del Habano habe ich beobachtet, wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer darum wetteiferten, mit Don Alejandro die eingehendsten Gespräche geführt, die noch tiefere Freundschaft gepflegt oder Robaina-Fingerringe noch feierlicher überreicht bekommen zu haben. So what? Am Ende bleibt seine Leistung auf dem Feld und die kommt vor allem Spitzen-Havannas zu Gute – der auf seinen Namen lautende Label gehört nicht zu diesem erlauchten Kreis.

(Bildquelle: Cigar Wiki – Fotografie Tobias Hauser)

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