Zigarrenwissen

Sie durchstöbern gerade das Archiv zum Thema Zigarrenwissen.

Und wie geht es weiter mit dem kubanischen Tabak nach der Ernte (s. “Kubanischer Zigarrentabak: Erntezeit” und “Zigarrentabak: Schritte nach der Ernte“)?

Bei den Blättern für Einlage und Umblatt wird die Tabakrippe im unteren Teil der Hauptader (Mittelrippe) entfernt. Gleichzeitig findet die endgültige Klassifizierung nach Größe und Eigenschaften statt. Danach werden die Blätter zwischen Bretter gelegt und “gebügelt”.


Lediglich die Blätter für Einlage und Umblatt werden einer zweiten Fermentation unterzogen, bei der die Stangen größer sind und die Zeit der Fermentation länger als bei der ersten dauert.

Nach der zweiten Fermentation werden die an der Sonne angebauten Blätter für Einlage und Umblatt in Behälter gepackt, die „pacas“ heißen, und in ein Reifungslager in Havanna gebracht, wo sie zusammen mit den verpackten Deckblättern in tercios (Ballen in Blätter der Königspalme verpackt) aufbewahrt und einem langen Alterungsprozess von bis zu drei Jahren unterzogen werden. Es ist wie bei einem guten Wein, je länger das Blatt gealtert ist, umso besser wird die Qualität.

(Textquelle: Cigar Wiki – Tabakanbau; Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

Schlagworte: ,

Das Bild im gestrigen Beitrag (“Kubanischer Zigarrentabak: Erntezeit“) zeigt übrigens die Lufttrocknung in einer Casa de Tabaco (Trockenscheune). Im Cigar Wiki sind unter “Tabakanbau” die Schritte nach der Ernte beschrieben:

Die abgeernteten Blätter werden in die “Tabakhäuser” der Pflanzer gebracht und dort an der Luft getrocknet. Es handelt sich um eine langsame und sorgfältige Trocknung, bei der Feuchtigkeit entzogen wird und wobei das Blatt nach und nach einen goldenen Farbton annimmt. Die Blätter werden aneinandergereiht und nebeneinander an Stangen aufgehängt. Sobald die Trocknung der Blätter voranschreitet, werden die Stangen in den oberen Teil der “Tabakhäuser” verlagert.

Nach der Trocknung wird das abgetrockenete Blattgut in die Escogida (Auslese) gebracht.

In der Escogida werden die Blätter für Deckblatt, Einlage und Umblatt einer ersten natürlichen Fermentation unterzogen. Bei diesem Prozess wird der Geschmack der Einlageblätter weicher und die Farbe der Deckblätter einheitlicher. Das Verfahren wird ständig überwacht, um die gewünschten Temperatur- und Feuchtigkeitsparameter einzuhalten.

Alle Blätter müssen klassifiziert werden. Für die Deckblätter gibt es eine Klassifizierung in über 50 verschiedene Kategorien, je nach Grösse, Farbe und Textur, um sicherzustellen, dass eine Habano nur aus den besten Blättern gefertigt wird. Nach einer Ruhezeit werden die Deckblätter in Bündel gepackt, um im Anschluss daran, ähnlich wie ein sehr guten Wein, reifen zu können.

(Bilderquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

Schlagworte: ,

Gemäss Jahreszyklus des Tabaks läuft die Tabakernte auf Kuba nun auf Hochtouren. Angeblich (s. “Kubanischer Zigarrentabak – gute Ernte 2011“) dürfen wir uns auf eine sehr gute Ernte freuen.

(Trocknung; Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

Schlagworte: ,

5TH Avenue macht auf das neueste Werk des wohl kompetentesten Habanos-Autoren, Adriano Martínez Rius, aufmerksam. Am Festival del Habano habe ich schon Vorträgen von ihm gelauscht und war begeistert. 5TH Avenue schreibt:

“Unter dem Titel „The great book of the Habano“ legt der cubanische Habanos-Experte Adriano Martínez Rius nun sein jüngstes Werk vor. Der im Jahr 1938 geborene Autor ist seit über fünfzig Jahren eng mit der cubanischen Cigarrenindustrie verbunden. Viele Jahre seines Lebens hat er verschiedene Präsidenten von Cubatabacco (heute Habanos s.a.) in Marketing- und Vertriebsangelegenheiten beraten. Im Jahr 1999 erschien mit „Habano the king“ sein erstes Buch, in 2004 legte er mit „The great Habano factories“ eines der besten und umfassendsten Werke über die Cigarrenmanufakturen in Havanna vor. An der auch auf Deutsch erschienenen „Illustrierten Enzyklopädie der post-revolutionären Havanna-Zigarren“ wirkte er beratend mit.

Mit seinem neuen Buch „The great book of the Habano“ spannt er nun einen weiten Bogen von der Geschichte des Tabaks in Cuba, über die Historie von Marken und Cigarrenmanufakturen in Havanna bis zur Vermarktung der Habanos in unserer Zeit. Das Buch ist sehr schön bebildert und präsentiert eine enorme Fülle an historischem Material wie Fotos, Werbedrucken, Lithographien und Urkunden.

(Bildquelle: 5TH Avenue)

Dazu kommt ein sehr nützlicher Anhang mit Auflistungen von Cigarrenmanufakturen, einer vollständigen Übersicht aller Formate der jährlich erscheinenden Edición Limitada und weiterer Habanos-Spezialitäten bis zum Jahr 2010. Mit diesen Buch legt Adriano Martinez ohne Zweifel das vollständigste Kompendium über die Habanos vor. Man kann deshalb mit Fug und Recht sagen, dass es für Tabakwarenfachhändler und interessierte Aficionados ein absolutes „Muss“ ist. Zumindest dann, wenn der Leser des Englischen und Spanischen mächtig ist, denn es ist in diesen beiden Sprachen verfasst.

Am besten kombiniert man die Lektüre des Werkes übrigens mit einer guten Habano.”

Schlagworte: ,

Tubing
Spezielle Art der Zigarrenfertigung in der Dominikanischen Republik. Die Einlage wird aus einzeln gerollten Blättertuben hergestellt.

Tubing klein.jpg

Vegas Finas de Primera (Pflanzungen erster Qualität)
Bezeichnung für Tabakpflanzungen, die in den vom kubanischen Tabakinstitut bestätigten besten Tabakanbauregionen liegen und in denen der Tabak (s. auch kubanischer Tabak) angebaut wird, der für die Herstellung von Habanos verwendet wird.

Vegas finas de primera klein.jpg

Vitola (~Format)
Ein Wort mit verschiedenen Bedeutungen. Allgemein: Format und Abmessungen einer Zigarre. Produktionsbezeichnung: Vitola de Galera (Produktionsname). Handelsbezeichnung: Vitola de Salida (Handelsname). Ausserdem: Spezielles Zigarrenformat in einem besonderen Verpackungstyp. In Spanien: Bezeichnung für den Ring einer Zigarre (Vitolfilia nennt man das Sammeln von Zigarrenringen).

Volado (flüchtig)
Eine Spezifikation für Einlageblätter. Blätter mit geringerer Stärke aus dem unteren Teil der Pflanze (s. Tabak und kubanischer Tabak), sehr wichtig für den guten Abbrand der Zigarre (s. auch Aufbau einer Havanna).

Yagua (Yagua-Blatt)
Rinde der Königspalme (Nationalbaum Kubas), die zur Anfertigung der Ballen, in denen die Deckblätter reifegelagert werden, verwendet wird (s. auch Tabakanbau).

Zafado (auseinander nehmen)
Arbeitsschritt, die Blätter von den Holzstangen zu nehmen, um sie in Bündel zu gruppieren (s. Tabakanbau).

(Quelle: Cigar Wiki – Bebildertes Lexikon)

Schlagworte:

Tercio
Verpackungen aus Yagua-Blättern (Königspalme), in denen die als Deckblatt ausgesuchten Blätter reifegelagert werden (s. Tabakanbau).

Yagua klein.jpg

Tiempos (Zeitdauer)
Entspricht dem Begriff Fortaleza. Einsortierung verschiedener Einlageblattsorten, die bei der Herstellung der Mischung (s. Zigarrenfertigung und Aufbau einer Havanna) für eine Havanna-Zigarre kombiniert werden.

Torcedor(a) (Zigarrenroller/in)
Zigarrenroller/in in den Manufakturen (s. auch Geschichte der kubanischen Manufakturen).

Torcedora klein.jpg

Totalmente a mano (vollständig handgefertigt)
Bezeichnung, die verwendet wird, um das traditionelle kubanische Herstellungsverfahren – vollständig von Hand gefertigte Zigarren – von teilweise maschinellen Herstellungsmethoden zu unterscheiden.

Tripa (Einlage)
Herzstück einer Habano. Sie besteht aus einer Mischung der Blatt-Spezifikationen ligero, seco und volado und bestimmt in grossem Masse ihren Geschmack (s. auch Aufbau einer Havanna).

Einlage klein.jpg

Tripa Corta (geschnittene Einlage)
Geschnittene oder gehackte Tabakblätter in der Einlage; manchmal auch als picadura bezeichnet (s. auch Aufbau einer Havanna).

Tripa larga (Einlage aus ganzen Tabakblättern)
Ganze Tabakblätter in der Einlage (s. auch Aufbau einer Havanna).

(Quelle: Cigar Wiki – Bebildertes Lexikon)

Fortsetzung folgt.

Schlagworte:

Seco (Trocken)
Spezifikation für Einlageblätter. Es handelt sich um Blätter mittlerer Stärke vom mittleren Teil der Pflanze mit grossem Einfluss auf das Aroma der Zigarren (s. Aufbau einer Havanna).

Tabaco (Tabak)
Einziger Bestandteil von Habanos. Auf Kuba auch Synonym für Zigarre (s. auch kubanischer Tabak).

Tabak klein.jpg

Tabaco Negro Cubano (Kubanischer Schwarztabak)
Ursprüngliche Tabakpflanze, die Christoph Kolumbus 1492 auf der Insel entdeckte (s. Historisches).

Tabacuba
Staatliches landwirtschaftliches Unternehmen, das für alle landwirtschaftlichen und herstellungsbezogenen Aspekte der kubanischen Tabakerzeugung zuständig ist (s. kubanischer Tabak).

Tabla (Holzbrett)
Holzbrett, auf dem die Zigarrenroller die Zigarren anfertigen.

Tabla klein.jpg

Tapado (Bedeckt-Anbau)
Anbaumethode für Tabakpflanzen unter Stoffbahnen, vor allem für Deckblätter höchster Qualität (s. auch Jahreszyklus des Tabaks).

Tapado klein.jpg

(Quelle: Cigar Wiki – Bebildertes Lexikon)

Fortsetzung folgt.

Schlagworte:

Maduro (Reif)
Der Farbton eines sehr dunklen, kastanienbraunen Deckblattes.

Manojo (Bund)
Bund aus vier Blattbündeln (s. Tabakanbau).

Mecanizado (Maschinell gefertigt)
Maschinell gefertigte Zigarren.

Media Rueda (Halb-Rad)
Bündel zu 50 Zigarren.

Media rueda klein.jpg

Moja (Befeuchtung)
Befeuchtung der Tabakblätter (s. auch Tabakanbau und Jahreszyklus des Tabaks).

Pacas (Ballen)
Bezeichnung für die Verpackungen, in denen an der Sonne gezogene Einlage- und Umblätter reifegelagert werden (s. auch Tabakanbau und Jahreszyklus des Tabaks).

Parejo (Zylinderförmig)
Zigarrenform mit parallelen, geraden Seiten (s. Formate).

Parejo klein.jpg

Perilla (Kopf)
Kopfstück der Zigarre; die Seite der Zigarre, die mit einem Käppchen verschlossen ist, das man vor dem Anzünden abschneidet (s. Zigarrengenuss).

Perilla klein.jpg

(Quelle: Cigar Wiki – Bebildertes Lexikon)

Fortsetzung folgt.

Schlagworte:

Habanos (Havanna-Zigarre)
Geschützte Originalbezeichnung, die Herkunft und Herstellungsverfahren der besten Zigarren Kubas garantiert.

Habanos klein.jpg

Habanos SA, Corporación
Exportgesellschaft mit Hauptsitz in Havanna, die Kubanische Tabakerzeugnisse weltweit vermarktet. Es handelt sich um ein Joint Venture der kubanischen Cubatabco und der spanischen Altadis (welche wiederum von der britischen IMPERIAL TOBACCO GROUP PLC kontrolliert wird).

Habilitaciónes (Verzierung)
Zum Ausschmücken der traditionellen Havanna-Zigarrenkisten verwendete Verzierungen.

Hecho a mano (Handgefertigt)
Bezeichnung, die auf eine zumindest teilweise von Hand hergestellte Zigarre verweist. In der Regel werden damit Zigarren gekennzeichnet, die eine maschinell vorgefertigte Puppe (Wickel) aufweisen.

Hecho en Cuba (Hergestellt in Kuba)
Bezeichnung, die auf die Herstellung in Kuba verweist. In der Regel werden damit maschinell hergestellte Zigarren gekennzeichnet.

Ligador (Mischungshersteller)
Facharbeiter, der die Tabakmischungen für die verschiedenen Vitolas und Habanos-Marken herstellt (s. Zigarrenfertigung).

Ligador klein.jpg

Ligero (Leicht)
Eine Spezifikation für Einlageblätter. Trotz seiner wörtlichen Bedeutung (leicht), benennt ligero die Blätter vom oberen Pflanzenteil, die normalerweise einen dunkleren Farbton haben und auch stärker sind.

(Quelle: Cigar Wiki – Bebildertes Lexikon)

Fortsetzung folgt.

Schlagworte:

Die Seiten “Humidor” und “Zigarrenlagerung” im Cigar Wiki basieren auf den Erkenntnissen und Texten des international anerkannten Experten Marc André. Gestern konnte ich eine Useranfrage zum Thema an ihn weiterleiten. Anbei die Essenz der Antwort an den Leser:

Schwankungen der Luftfeuchtigkeit im Humidor: “Bei hoher Feuchte dehnt sich die Zigarre aus. Wird sie nun wieder trocken, so kann das schrumpfende Deckblatt die Spannung der noch dickeren Einlage nicht halten und es reißt.”

Einfrieren (Abtöten von Käferlarfen): “Der Zigarre wird nicht, wie etwa beim Gefriertrocknen, Feuchte entzogen, denn die Zigarren belässt man in der Kiste, die Kiste kommt in eine Plastiktüte und das Ganze wird eingefroren. Das in der Zigarre enthaltene Wasser gefriert sehr schnell und taut auch schnell wieder auf. Die Zigarre ändert zwar auch ihr Volumen, aber nur so minimal das nichts passiert. (…) Allerdings kann die Zigarre im gefrorenen Zustand nicht weiter reifen. (…) Zudem sollten Zigarren IMMER in der Kiste eingefroren werden, da hier ein möglichst geringes Restvolumen an Luft mit eingefroren wird. Wird viel feuchte Luft eingefroren so kommt es zur Ausfällung von Eiskristallen, vergleichbar mit Gefrierbrand am Fleisch.  Wenn Sie Zigarren portionsweise einfrieren wollen, dann sollten Sie die Zigarren vakuumieren, dann tritt dieser Effekt nicht auf.”

Schlagworte: ,

« Ältere Artikel § Neuere Artikel »