Cohiba – “Über den Tod hinaus”

Im neuen Cigar Journal schreibt Deutschlands Exklusiv-Importeur 5th Avenue unter anderem über eine überirdische Leidenschaft für das Habanos-Kultlabel Cohiba:

“Heutzutage versuchen viele Menschen, sich mit ihrem eigenen Tod möglichst gar nicht oder wenig zu beschäftigen. Doch dies ist nicht bei allen so. Für eine betagte Dame aus Nordrhein-Westfalen war die Frage, wie sie denn eines Tages beerdigt werden möchte, schon lange beantwortet.

In ihrem Testament verpflichtete sie ihren Testamentsvollstrecker, für die Beisetzung in einer Cohiba-Porzellandose, einem so genannten Jar, zu sorgen. In den letzten Jahren waren die Cigarren dieser Marke zu ihren Lieblingscigarren geworden. Der Cohiba-Jar, in dem normalerweise 25 Stück der Cohiba Siglo VI aufbewahrt werden, gefiel ihr ganz besonders gut. Deshalb hatte sie schon vor einiger Zeit beschlossen, dass eine dieser Porzellandosen ihr letztes Refugium sein sollte. Doch für die Urnenbestattung existieren in Deutschland selbstverständlich strenge Regelungen. Nicht nur,  dass, trotz vielfältiger Diskussionen, weiterhin die Pflicht zur Beisetzung auf dem Friedhof oder einem vergleichbar „pietätsgewidmeten“ Gelände, in Wald, Wiese oder Bach, besteht.

Auch hinsichtlich des Urnengefäßes sind Bestimmungen zu beachten. Prinzipiell geht es darum, Materialien zu wählen, die die Sicherung der Asche in einem festen Behältnis für eine bestimmte Zeit, der so genannten Ruhefrist, garantiert. Ist diese abgelaufen, soll es allerdings zum Zerfall der Urne kommen. Deshalb gehören Eisenblech oder Keramik zu den am häufigsten verwendeten Materialien. Plastik zum Beispiel eignet sich nicht, da dieses die Ruhefrist weit überdauert.

Während Eisen je nach Bodenbeschaffenheit verrostet, werden in Keramikbehältnisse normalerweise Sollbruchstellen eingebracht, die durch die Wirkung von Wasser und Frost den Zerfall begünstigen.

Zunächst weigerten sich die Behörden, den Keramiktopf, obwohl aus geeignetem Material, als Urnengefäß zuzulassen. Man verlangte vom Testamentsvollstrecker, eine der Standardurnen zu verwenden. Doch nach einigen Diskussionen wurde die Beisetzung in der Cohiba-Urne schließlich genehmigt. So konnte man in Würde und ganz nach den Wünschen der Verstorbenen von ihr Abschied nehmen. Muhammet Genç, ihr langjähriger Tabakhändler und einer der Trauergäste sagte: ‘Sie hatte schon im Leben Stil, und den hat sie sich über den Tod hinaus bewahrt.’”

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