Zigarrenfertigung: Die Vorbereitung

Machen wir nach den drei jüngsten Beiträgen zur Tabakernte und der Weiterverarbeitung doch gleich weiter mit der der Fertigung von Zigarren. Die einzelnen Schritte sind im Cigar Wiki detailliert beschrieben. Anbei Teil 1:

Die Zeit hat ihren Dienst getan und endlich ist das Blatt fertig, um seine Rolle bei der Fertigung einer Habano zu übernehmen. Sie findet in den legendären Tabakmanufakturen in Havanna statt, in denen sich der Herstellungsprozess in den letzten 200 Jahren kaum verändert hat.

Die empfindlichen Deckblätter (“Capa“) werden in der “Moja” genannten Abteilung vorbereitet. Hier werden die Bündel von 40 oder 50 Blättern durch feines Besprühen mit Wasser angefeuchtet. Ziel dieses Verfahrens ist es, dem Blatt wieder sein seidiges und gleichförmiges Aussehen sowie seine Elastizität zu verleihen. Die Blätter werden kräftig durch sorgfältiges Wedeln geschüttelt, um sie vom überschüssigen Wasser zu befreien und damit jeden möglichen Fleck zu vermeiden. Danach werden sie in Rahmen gehängt und anschließend in Kammern gebracht, in denen eine kontrollierte relative Temperatur und Feuchtigkeit herrscht. Sie werden so lange gelüftet, bis die Feuchtigkeit gleichmässig absorbiert ist.

Danach werden von hochqualifizierten Arbeitern in Handarbeit die Rippen entfernt und die Sortierung der Deckblätter durchgeführt. Die Rippenentfernung (despalillo) besteht darin, mit einem sicheren Griff die Hauptrippe jedes Deckblatts zu entfernen und dadurch die Pflanze für die Sortierung in zwei Hälften zu trennen. Der “Rezagador” gruppiert die Deckblätter in 20 definierte Größen und Schattierungen. Da in dieser Abteilung sehr viele Frauen arbeiten, bestätigt sich der volkstümliche Mythos, dass die Habanos auf den Schenkeln junger Frauen gerollt werden.

Die Blätter für Einlage und Umblatt werden sorgfältig aus ihren Behältern (pacas) genommen und geprüft. Wenn notwendig, werden sie gelüftet, um die überschüssige Feuchtigkeit zu entziehen.

Ein aussergewöhnliches Merkmal des kubanischen Tabaks liegt darin, dass eine so kleine Anbaufläche der Vegas Finas de Primera (Tabakpflanzungen erster Qualität; s. Anbauregionen) eine so große Vielfalt von Geschmack hervorbringen kann. Die Abteilung, in der die “Ligadas” (die Tabakmischungen) zusammengestellt werden, wird auch “La Barajita” genannt, da dieser Prozess der Zusammenstellung zu Blattgruppen wie das Mischen eines Kartenspiels aussieht. Es besteht eine feste Verbindung zwischen der Fabrik und den Anbaugebieten, aus denen die Blätter für die in dieser Fabrik hergestellte Marke stammen. Es gehört in den Verantwortungsbereich des Maestro Ligador (Mischmeister), von dem täglich verwendeten Tabak eine Geschmacksprobe zu entnehmen. Er kennt die Mischung jeder Marke und Vitola, er ist der Hüter der Konsistenz. Der Ligador stellt Lose in genauen Proportionen her und übergibt sie täglich den Torcedores, damit sie ihrer Arbeit nachgehen können.

(Textquelle: Cigar Wiki – Zigarrenfertigung; Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

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