Juni 2010

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5TH Avenue hat im jüngsten Cigar Journal den Beitrag “H. Upmann – Neubeginn unter englischer Flagge” publiziert. Mit etwas Verspätung habe ich den Beitrag in die Wiki-Seite “Geschichte von H. Upmann” eingepflegt. Die Reihe “Geschichte der kubanischen Manufakturen” ist damit wieder ein Stück umfangreicher geworden. Anbei besagter 5TH Avenue-Beitrag:

“In der letzten Folge haben wir uns die Manufaktur „La Madama“ näher angeschaut. Als in dieser Manufaktur produziert wurde, von etwa 1890 bis Anfang des folgenden Jahrhunderts, war die Marke noch in der Hand der Familie Upmann. Das änderte sich jedoch, wie schon beschrieben, durch den Ersten Weltkrieg, nach dem sich die Familie deutscher Abstammung auf der so genannten „Black List“ wiederfand und damit vom Handel komplett ausgeschlossen wurde. Sämtliche Unternehmungen gingen entweder bankrott oder mussten zu einem Schleuderpreis verkauft werden. So auch das Cigarrengeschäft. 1922  erwarb die britische Firma Frankau S.A. die Markenrechte und auch die Fabrikation. Zwei Jahre später vergaben sie die Lizenz zur Cigarrenproduktion an die Solaún Brothers, erfahrene Tabakeinkäufer. In den nächsten zwölf Jahren produzierten sie Cigarren, in welcher Menge jedoch und wo genau, ist nicht mehr bestimmbar. Bekannt ist nur, dass die Solaún Brothers zwei kleinere Produktionsstätten eröffneten, von denen allerdings nur die Adressen bekannt sind. Inwieweit in dieser Zeit auch in „La Madama“ produziert wurde, ist leider anhand des verfügbaren Materials nicht rekonstruierbar.

Doch so richtig kamen die Solaún Brothers im Cigarrengeschäft offensichtlich nicht zum Zug. Denn 1936, schon nach zwölf Jahren, kündigte Frankau S.A. den Vertrag und übertrug die Linzenz an die Firma „Menendez Garcia and Co“. Und unter ihrer Führung ging es rapide aufwärts. Denn Alsonso Menendez und José Garcia waren jene Männer, die 1935 auch die Marke Montecristo anmeldeten und zum Erfolg führten.

Von 1937 bis 1944 etablierten Menendez und Garcia die Produktion fast der gesamten Cigarren auf der Calle Virtudes 609. Diese Hausnummer entspricht auch noch der heutigen Nummerierung, was das Auffinden sehr leicht machte.

Die Calle Virtudes befindet sich im Stadtteil Centro Habana, in dem neben der Altstadt gelegenen Teil der Stadt, der sich früher außerhalb der Stadtmauer befand. Heute gilt dieser Stadtteil bei den Cubanern zumindest in Altstadtnähe als einer der verrufensten der Stadt. Am Abend machen sich Einheimische Sorgen, wenn sich ein Ausländer allein durch die Straßen bewegt, obwohl, gemessen an dem, was man als Außenstehender mitbekommt, in Havanna nur wenig passiert. Die Calle Virtudes verläuft parallel zum Malecon und ist nur wenige Straßen entfernt. Ganz in der Nähe dieser alten Upmann-Fabrik befindet sich beispielsweise auch die ehemalige Romeo-Manufaktur des Don Pepin auf der Calle Belascoian.

Das Gebäude selbst ist lachsfarben gestrichen und, für cubanische Verhältnisse,  in sehr gutem Zustand. Es muss vor einigen Jahren restauriert oder zumindest wenigstens von außen neu angestrichen worden sein. Leider kann man sich das Gebäude nur von der Straße aus ansehen. Die Tür ist gut erhalten. Unten, vor den großen Fenstern, befinden sich hohe Gitter. Diese dienten sicherlich früher dem Schutz vor Einbrechern oder verhinderten, dass Streikende in die Fabrik eindrangen. Ähnliche Sicherheitsvorkehrungen hat es beispielsweise bei der Manufaktur „La Meridiana“ von Pedro Murias gegeben. Die oberen, über die gesamte Höhe reichenden Fenster verfügen über hüfthohe Gitter, Balkons gibt es also keine. Auch die Hausnummer, die 609, ist deutlich zu lesen. Links und rechts der Tür befinden sich die schon von anderen Manufakturen her bekannten Türpfosten. In welcher Form das Gebäude heute genutzt wird, war nicht eindeutig zu erkennen. Der insgesamt recht gute Zustand des Gebäudes lässt jedoch darauf schließen, dass es sich noch, möglicherweise als Lagerhaus, in Betrieb befindet.

Laut eines Handelsregisters von 1940 wurden auf der Calle Virtudes 609 neben den Cigarren der Marke H. Upmann auch die von Montecristo (damals gerade erst angemeldet), Particulares und El Patio gefertigt. Die beiden letzten Marken sind heute niemandem mehr ein Begriff. 1844 sollte die Marke H.Upmann erneut umziehen. Doch davon in der nächsten Folge mehr.”

(Bild: In diesem Haus auf der Calle Virtudes 609 hatte die Marke H. Upmann sieben Jahre ihren Sitz, von 1837 bis 1844 / Bildquelle: 5TH Avenue)

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(Bildquelle: Cigar Wiki – Zigarrenfertigung / 5TH Avenue)

Schwül-warmes Wetter, genügend Zeit, schönes Setting draussen: Da passt u.a. eine Hoyo de Monterrey Double Corona wunderbar. Einfach ausprobieren.

(Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak)

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Cigar Clan hat die Ehre in der Ausgabe 1/2006 Zino Davidoff zukommen lassen und geschrieben:

“Zino Davidoff war der erste, der kurz nach seiner Rückkehr von Kuba auf dieses ernsthafte Problem aufmerksam wurde. Für einen Menschen, der alle Feinheiten der Cigarren erlernt hat, ist der Qualitätsunterschied ein und derselben Cigarren in ihrer Heimat und in Europa mehr als offensichtlich gewesen. Und genau von diesem Menschen, der guten Tabak und gute Cigarren über alles liebte, stammt die Idee eines speziellen Systems zur Wahrung der für Cigarren idealen Luftfeuchtigkeit, unabhängig vom Mikroklima des Raumes.”

eHow vertritt in “The History of the Cigar Humidor” eine andere These:

“By the mid-16th century, smoking tobacco products was familiar throughout Europe. People in Britain smoked fresh tobacco in pipes. In 1887, Terence Manning, an Irish furniture maker, returned to his home in Bagenalstown, Ireland from South Africa where he learned about fine woods and crafting techniques. He had learned the skills for the crafting exquisite furniture and cabinetry, but also the international contacts necessary to locate and purchase the very finest materials available. The Manning family of Ireland are deemed the inventors and distributors of the earliest cigar humidors. As of 2010, the creators have been in operation for over four generations.”

Wie auch immer: Wer sich für zeitgemässe Humidore und Zigarrenlagerung interessiert, findet im Cigar Wiki einen reichen Fundus an Informationen.

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Nachfolgende Pressemitteilung von 5TH Avenue bringe ich besonders gerne – heute Nachmittag habe ich nämlich eine ebensolche Ramón Allones Belicoso Edición Regional Alemania 2010 genossen und kann diese wärmstens empfehlen. Die limitierte Havanna ist ab sofort in den Casas zu kaufen und später in allen einschlägigen Fachhandelsgeschäften in Deutschland.

“Anlässlich des jüngsten Festival del Habano wurde einigen Teilnehmern der 5THAvenue-Reisegruppe eine besondere Ehre zu teil. Sie hatten die Gelegenheit, als erste eines der diesjährigen Edición Regional-Formate für Deutschland zu probieren. Die Fertigung der Ramon Allones Belicoso ER 2010 (Format Campana; RM 52 x 140 mm) lief zu diesem Zeitpunkt in der Partagás-Manufaktur bereits auf Hochtouren. Eine ausgesprochen erfreuliche Überraschung stellte die bemerkenswert kräftige Tabakmischung dar. Der 80jährige Maestro ligador der Manufaktur, der die Mischungen der einzelnen Vitolas zusammenstellt,  erklärte dazu, dass er damit in Geschmack und Stärke den Stil der Habanos der 1950er Jahre wiederaufleben lassen wollte. Die Ramon Allones Belicoso richtet sich damit vor allem an erfahrene Aficionados, die sich für gehaltvolle und kräftige Habanos begeistern.

Die Ramon Allones Belicosos werden in habilitierten Kisten á 25 Stück angeboten. Insgesamt gibt es nur 2.000 Kisten, von denen jede individuell nummeriert ist.

Ramon Allones ist einer der großen Namen in der Geschichte der Habanos. 1837 gegründet, ist sie auch eine der ältesten der bekannten Habanos-Marken, die heute noch gefertigt werden.

Der in Galizien geborene Ramon Allones war der erste Cigarrenhersteller, der seine Cigarren in Kisten verpackte, die mit einer Beschriftung geschmückt waren und das Markenemblem trugen und damit Pionier der noch heute praktizierten Verpackungsweise.

Alle Cigarren bestehen aus  Tabakmischungen  der Region Vuelta Abajo. Charakteristisch ist ihr intensiver und komplexer Geschmack.

Das Angebot beinhaltet heute ausschließlich Cigarren, die nach der Methode ‘totalmente a mano, tripa larga’ – vollständig von Hand gefertigte Longfiller – gefertigt werden. Dazu zählen Habanos-Klassiker wie die berühmten Gigantes, eine Doppel-Corona und das Robusto-Format Specially Selected.”

(Bildquelle: 5TH Avenue)

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Heute werde ich eine Montecristo Sublimes Edicion Limitada 2008 geniessen. Leider schon die letzte im Humidor. Na, neue Limitadas werden ja folgen. Ich wünsche einen genussvollen Abend.

(Bildquelle: 5TH Avenue / Intertabak AG)

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Dieser Tipp fällt mir leicht, da es sich bei der Bolívar Coronas Gigantes um einen Klassiker handelt, der u.a. auch mit 5 Sternen im Rudman’s Star Rating brilliert, und ich ausserdem ebendiese Zigarre demnächst anzünden werde.

(Bildquelle: Bildquelle: 5th AVENUE)

Apropos Rating und Sterne. Ein Leser fragte gestern bezüglich meines Postings über die  Montecristo Grand Edmundo Edición Limitada 2010 nach, wie ich die Zigarre konkreter bewerten würde. Nun, in Punktesystem von 1 (grauenhaft) bis 10 (himmlisch), hätte ich der Grand Edmundo eine 7 gegeben.

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Gestern habe ich meine erste Montecristo Grand Edmundo Edición Limitada 2010 (s. auch “Limitierte Havanna-Zigarren“) genossen. Falls die nächsten Exemplare den ersten Eindruck bestätigen, handelt es sich um eine sehr gute Zigarre, die aber nicht an teilweise spektakulär gute Edición Limitada-Lancierungen herankommt.

Da sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt, sollte ganz einfach die nächste Gelegenheit ergriffen werden, Grand Edmundo & Co. selber zu testen.

(Bildquelle: Habanos S.A.)

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