Februar 2010

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Im Posting “Aus der Zeit der Zigarren-Werbung” habe ich ein Bild der beiden “Tim und Struppi”-Protagonisten Schulze und Schultze mit Zigarre publiziert. In der Türkei würde solcherlei zu hohen Bussen führen. Persoenlich.com schreibt heute im Artikel “Türkische Medienwächter sind hinter “Tim und Struppi” her“:

“Die Comic-Serie “Tim und Struppi” hat mit einem Verstoss gegen türkische Tabak-Gesetze die Medienwächter des Landes auf den Plan gerufen. Der Privatsender TV8 zeigte die Figur Kapitän Haddock mit seinem üblichen Accessoire: einer Pfeife. Dies trug dem TV-Sender eine Busse von 50’000 Lira (rund 73’000 Franken) ein, wie türkische Zeitungen am Mittwoch berichteten.”

Laut Middle East Online rauchen in der Türkei 48 Prozent aller Männer.

Wandlöcheriges Rauchverbot

Speziell, wenn man Anti-Rauchverbots-Stories aus der Schweiz bei Telegraph.co.uk findet. Im Artikel “Swiss smoking ban evaded by holes in wall” schreibt das Traditionsblatt über eine bemerkenswerte Lösung im Restaurant Caravelle im freiburgischen Bösigen: Der Wirt Dino Lottaz hat drei Löcher in die Aussenwand schlagen lassen. Eines für den Kopf und zwei für die Arme. Der Raucher steht in der Gaststube, Kopf, Arme und Zigarette befinden sich technisch (und juristisch) gesehen aber im Freien. Et voilà.

Nun, für den Zigarrengenuss ist das kein probates Mittel. Eine erfrischende Geschichte in fanatisiertem Umfeld ist dies aber allemal.

… ist uralt. Vielleicht haben zur Zeit der Entdeckung durch Kolumbus schon die kubanischen Taíno ihre zu Zylindern gedrehten Tabakblätter (s. Zigarren-Geschichte) zu Ehren von Erfolgen genossen. Es fragt sich, wie diese Tradition an den olympischen Winterspielen in Vancouver gehandhabt wird? Die qualitative Grundlage wäre ja vorhanden: Im Gegensatz zum embargogeplaten Nachbarn gibt es in Kanada Havannas zu kaufen. Allerdings sind die Rauchverbotsbestimmungen in British Columbia relativ tough.

(Bildquelle: Cigar Label Junkie’s Passion)

Zigarren-Verpackungen

Apropos originale Verpackungen (s. “Gefälschte Cohiba Esplendidos” und Kommentare): Im Cigar Wiki sind die gängigen Verpackungen beschrieben. Das Spektrum reicht von Zedernholz und Alu-Tubos über Begriffe wie box pressed, habilitiert oder Semi Boîte Nature bis hin zu Angaben zu Kleinverpackungen.

(Bildquelle: 5th AVENUE Products Trading GmbH)

Gerne mache ich bei dieser Gelegenheit auch mal wieder auf das bebilderte Zigarren-Lexikon aufmerksam.

Via Google Alert wurde ich auf eine “Holzkiste mit 25 Stück handgedrehten Zigarren frisch aus Kuba” auf der Kleinanzeigen-Website Piazza.ch aufmerksam. Angeblich handelt es sich um Cohiba Esplendidos für CHF 159.- (Originalpreis ca. CHF 1000.-). Das Ganze mit einem “herrlichen” Bild: Ein Kistchen mit Klarsichtdeckel statt durchgehend Holz und “Esplendido” ohne “s” geschrieben auf einer (“alten”) Logo-Version ohne Gold.

Ich meine, es steht in der Anzeige ja nichts von “Original”, und ich will dem Anbieter keinesfalls unrühmliche Absichten unterstellen. Zumindest aber wird hier ohne jegliche Fachkenntnis gehandelt. Und ein Schnäpchen wird sowieso nicht angeboten: Fake Cohibas schmecken nahezu immer absolut scheusslich (s. auch “Havanna-Fälscher-Einblick“) und sind keinesfalls mit der Grandezza einer echten Esplendidos zu vergleichen. Interessanterweise tauchen ähnliche Bilder mit der Klarsichtdeckel-Kiste und einem integrierten Humidorelement sogar auf Reiseseiten und dergleichen auf. Zum vergessen: Habanos S.A. hat nie eine solche Verpackung lanciert.

Das Original-Logo von Cohiba findet sich nachfolgend abgebildet.

Wer nach Kuba reist und den Lieben zu Hause Zigarren heimbringen will, sollte unbedingt ein offizielles Geschäft aufsuchen. Für Havanna habe ich einige im (englischsprachigen) Cigar Wiki aufgelistet. Und wer mit importierten Zigarren Geschäfte machen will, sollte das echt den Profis überlassen.

Die neueren Kisten sind mit einem verbesserten Fälschungsschutz versehen. Die Details finden sich im Beitrag “Habanos-Garantiesiegel mit Graumarkt-Schutz“.

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Weil ein Rauchverbot an den Stränden und anderen öffentlichen (outdoor) Plätzen zu “nanny state” (also, zu übervorsorglich) sei, hat sich der neuseeländische Premierminisiter John Key laut stuff.co.nz gegen solcherlei Ansinnen ausgesprochen. Key ist dezidierter Nichtraucher. Ein Rauchverbot an Stränden scheint ihm aber eine zu extreme Massnahme zu sein. Fürwahr.

Im Beitrag “Habanos Smokers Lounge in der Newton Bar Berlin” habe ich die Eröffnung angekündigt. 5TH Avenue schreibt in einer Pressemitteilung zum Anlass:

Erste Habanos Smokers Lounge in der Berliner Newton Bar eröffnet

In der legendären Newton Bar in Berlin wurde am vergangenen Freitag die erste Habanos Smokers Lounge in der Hauptstadt offiziell eröffnet. Fachhandelspartner der Lounge ist der Habanos Specialist „Cigarrenmagazin Unter den Linden“ von Matthias Martens und Uwe Zabach.

Mehr als 50 Gäste, darunter Aficionados, Mitglieder verschiedener Cigarrenclubs, Journalisten und Tabakwarenfachhändler, folgten der Einladung des Habanos-Generalimporteurs 5TH Avenue und des Cigarrenmagazins. In ihrer Begrüßung betonten Matthias Martens und 5 TH Avenue-Marketingleiter Christoph A. Puszkar, wie wichtig solche Räume für die Erhaltung der Cigarrenkultur in der Gastronomie sind. Die gute Zusammenarbeit von Importeur, Fachhändler und Gastronomie wurde dabei als der Schlüssel zum Erfolg bezeichnet.

Mit der Newton Bar verfügt nun eine der ersten Adressen Berlins über den begehrten Titel „Habanos Smokers Lounge“. Diese Bar ist eine der führenden Cocktailbars von internationalem Standard und liegt mitten im Herzen von Berlin am Gendarmenmarkt. Bar-Chef Mike Hopmann freut sich darauf, Aficionados und Nachtschwärmer im edlen Ambiente der Cigarrenlounge begrüßen zu können.

Zur perfekten Lagerung der Habanos verfügt die Habanos Smokers Lounge über einen acht Quadratmeter großen, vollklimatisierten Humidorraum, in dem der Aficionado aus einem breiten Sortiment wählen kann. In Schließfächern aus feinstem Zedernholz können Cigarren auch aufbewahrt werden.

Das passende Getränk zur Habano empfehlen die Experten aus ihrer reichhaltigen Auswahl an klassischen und selbst kreierten Cocktails, Weinen und edlen Spirituosen.

=> Verzeichnis zigarrenfreundliche Lokale

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- English text below -

Apropos Humidore. Dass Marc André, der Verfasser der Wiki-Seiten über Humidore und Zigarrenlagerung, ein international renommierter Crack ist und u.a. auch Humidore in Luxusautos wie den Maybach einpasst, ist mittlerweile genauso bekannt wie die Tatsache, dass er Meisterstücke auch für kleinere Budets baut.

Was das Luxussegment anbelangt, sind die “Dellos Stone Humidors” die Spitzenprodukte. Die Steinhumidore mit Gas- und Hydrauliktechnologie werden je nach Kundenwünschen aus verschiedenen Materialien und mit verschiedenen Designs (z.B. auch mit Logos oder Familienwappen) gefertigt. Gemeinsam sind allen Ausführungen folgende Details:

  • Korpus aus Naturstein, Shellstones oder Halbedelsteinplatten
  • 55 x 40 x 22 cm, 50 bis 70 kg
  • von Gasdruck unterstützte Deckelöffnung mit hydraulischer Endlagendämpfung, elektronisch gesteuerte Präzisionsbefeuchtung mit Selbstüberwachung und differenzierten Alarmsignalen
  • wartungsfreier Verkeimungsschutz des Wasserspeichers
  • automatisch gesteuerte, indirekte Beleuchtung der Zigarren bei Deckelöffnung
  • Deckelspiegel und Tablarböden aus 24 Karat vergoldetem oder verchromten Stahl
  • Tabletts mit frei verstellbaren magnetischen Trennbrettern
  • Kapazität bis ca. 200 Zigarren
  • Auskleidung aus massivem Kuba-Mahagoni mit austauschbaren Aromastäben aus massiver Spanischer Zeder zur individuell regelbaren Aromenabgabe in den Humidor.
  • Preis, je nach Ausführung, zwischen € 40’0000 – 240’000

Für den unten abgebildeten Humidor wurden 54 Kilogramm Fluorit verwendet.

(Bildquelle: Marc André)

Technical details

  • Corpus made of one single stone (Natural Stone, Onyx), marble stone coated with mussel shells (Shellstone) or solid semi-precious stone plates (Semiprecious stone)
  • 55 x 40 x 22 cm, 50 – 70 kg
  • Gas pressure assisted lid opening with hydraulic closing damping
  • Electronically controlled high-precision humidification (power supply independent) with auto-control and differentiated alert signalisation
  • Maintenance-free water reservoir germinal protection
  • Automatically controlled indirect lighting when humidor is opened
  • Lid mirror and case bottom plated  in 24 carat gold or finished with chrome steel
  • Removable trays with freely adjustable magnetic divider
  • Storage capacity up to 200 cigars
  • The lining is made of solid Cuban mahogany with replaceable Spanish cedar aroma bars in order to regulate the aroma intensity inside the humidor
  • € 40’000 – 240’000 (depending on materials)

Contact: Marc André

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Gestern schaute ich seit längerer Zeit mal wieder im Fachhandelsgeschäft um die Ecke vorbei. Entgegen meinen Hoffnungen präsentierten sich die Zigarren auch dieses Mal in jämmerlich sprödem Zustand. Ich bin nicht Humidorspezialist, dass der begehbare Klimaraum dieses Fachhandelsgeschäftes im Winter (im Sommerhalbjahr ist alles ok) aber eine äusserst miese Performance leistet, liegt auf der Hand. Die Zigarren knacken bei leichtem Druck und die Deckblätter sind stumpf.

Langer Rede kurzer Sinn: Kaufen mochte ich da nichts … bis ich eine Montecristo Edmundo im Tubo inspizierte. Prima Qualität, elastisch und ölig glänzend. Ich guckte aus Neugier auch andere Zigarren in Tubos wie Cohiba Siglo VI oder Partagas Série P Nr. 2 an: Alle tadellos.

Bisher fand ich Havannas in Tubos ja vor allem optisch attraktiv und gegebenenfalls auch praktisch zum Einstecken. Nun aber weiss ich um die echte Qualität der Alubüchsen: Sie verschonen edle Havannas – zumindest für eine Weile – vor dem Klima mieser Humidore.

DJ US Tobacco Index

Die Branche ist verunsichert über Umsatzentwicklungen und Rauchverbotsfanatismen. Betrachtet man die Entwicklung des DJ US Tobacco Index, dann sind die Anleger (auf relativ tiefem Niveau) überdurchschnittlich frohen Mutes. Der Branchenaktienindex (gelb) schlägt sich im Zweijahreschart besser als der violett markierte Dow Jones Industrial Average (“Dow Jones”). Oder anders ausgedrückt: Die Zukunftsphantasie für US-Tabakaktien schlägt derzeit diejenige für die 30 grössten US-Unternehmen.

(Bildquelle: BigCharts.com)

Hey, man muss die Zukunft gelegentlich auch mal positiv betrachten.

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