Januar 2010

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… meinte ein volkswirtschaftlich so gebildeter wie erfahrener Bekannter beim Smoke im Brustton tiefster Überzeugung. Ich rezitiere nicht die Argumentionskette, aber denkt man an gesetzliche, örtliche und gesellschaftliche Restriktionen, scheint diese Hiobsbotschaft nicht ganz abwegig. Obwohl beim ersten Hören reflexartig abwehrend, leuchteten mir die Ausführungen jedenfalls weitgehend ein. Was den zeitlichen Horizont anbelangt, ging er von fünf bis zehn Jahren aus.

Falls tatsächlich eine signifikante Umsatzerosion eintreten sollte, zeigten wir uns beide überzeugt, dass dies auf Einkaufsseite zu einer qualitativen und preislichen Steigerung führen würde. Dies in Übereinstimmung mit dem Slogan von Zino Davidoff selig: “Rauche weniger, aber besser und länger – mache einen Kult daraus, eine Philosophie”. Zweifel? Nun, bei seltener werdenden Gelegenheiten wird sicherlich mehr auf Qualität und Genuss denn auf den Preis fokussiert. Billigst-Havannas dürften dann zum Beispiel auch in Deutschland nicht Top-Seller bleiben.

Wenn besagte Umsatzerosion ausbleibt, wäre das super. So oder so wichtig für das Überleben vieler Branchen-Protagonisten bleiben aber Aussagen, wie sie zum Beispiel in den Beiträgen “Das Internet liebt Zigarren“,”Zigarrenbranche – wie Lemminge am Abgrund” oder “Zigarrenfachhandel: Survival of the fittest“zu finden sind.

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Und noch eine Pro-Zigarren-Publikation: Michael Schneider von den Genussrauchern Freiburg e.V. machte mich auf den Artikel “Einfach mal in Ruhe eine qualmen” der Badischen Zeitung aufmerksam. Ein kleiner Auszug:

“Die Genussraucher sprechen über alles mögliche, auch über Politik. Daran, dass sie zusammengefunden haben, war einst die Politik schuld: Die Gründung ihres Vereins war eine Reaktion auf das Gaststätten-Rauchverbot und die damals hitzigen Diskussionen, bei denen manche auch ein totales Rauchverbot forderten. Da wollten sie sich mit einem Club Freiräume schaffen. Mittlerweile blüht der Verein, obwohl sich die gesellschaftliche Stimmung entspannt hat, bilanziert Michael Schneider. Mit dem “gedeihlichen Nebeneinander” von Rauchern und Nichtrauchern können sie gut leben. Erst recht, weil es kein Genuss sei, wenn das Rauchen Nichtraucher stört, sagt Heinrich Lederle, der mit seiner Pfeife deshalb schon immer auf den Balkon ging. Und doch, ein bisschen melancholisch werden manche schon, wenn sie sich an alte Zeiten erinnern, in denen das Rauchen noch ein anderes Image hatte.”

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Während mitunter sogenannt gestandene Fachleute das schiere Aneinanderreihen von Werbetexten als innovative, neue Publikation zu verkaufen versuchen, gibt es in der Tat erfrischende Erzeugnisse; so unter anderem “Mahagoni – das Magazin für Stil, Lebensart und Kultur“.

Das kostenlose Online-Magazin widmet die aktuelle Titelgeschichte der Zigarre. Der Artikel “Den Alltag im Rauch auflösen” ist facettenreich und sehr angenehm zu lesen. Dass unter anderem das Cigar-Wiki als Informationsquelle aufgeführt ist, freut mich.

Anbei der Einstieg in besagten Artikel:

“Ein Wein ist rasch probiert, Käse schnell verkostet und mit zwei, drei netten Begriffen auf den Punkt gebracht, ein Espresso geht auch mal eben im Stehen. Doch eine Zigarre? Ein anspruchsvolleres Genussmittel als sie gibt es kaum. Schon ihre Herstellung ist höchst komplex, sie muss reifen, sie muss sorgfältigst aufbewahrt werden. Zündet man sie an, so muss man sich Zeit für sie nehmen, genau hinsehen und -schmecken, das richtige Tempo finden und auch den richtigen Augenblick, sie beiseite zu legen. Anders als eine Zigarette raucht man eine Zigarre nicht nebenher: Sie ist ein mit Bedacht abgegebenes Votum für Lebensart, ein Akt der Entspannung und des Genusses, für den dem man sich bewusst entscheidet. So wirkt sie in unserer Zeit, die geprägt ist von ständiger Verfügbarkeit und Multitasking, wie ein Anachronismus und vielleicht ist sie das auch. Aber einer, der täglich neue Freunde gewinnt.”

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Beim Mittagessen haben wir uns unter anderem über Zigarrenwerbung unterhalten. Heute beschränkt sich diese auf Insiderveranstaltungen, -publikationen und -kreise. Vor knapp 30 Jahren noch durften – heute undenkbar – etablierte Comic-Helden für Zigarren werben:

(Bildquelle: The Ephemerist)

In Sachen Marketing Kommunikation war die Zigarrenbranche übrigens mal äusserst innovativ. Beispiele sind die Erfindung der Bauchbinde und die Nutzung von Litographien für Werbezwecke.

Habanos S.A. soll 2010 folgende Vitolas nicht mehr herstellen wollen:

Eine durchaus üppige Produktestraffung.

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James Suckling verkündet in seinem Blog im Beitrag “A Sad Day for Dining” Trauriges: Das private Restaurant (Paladar genannt) La Guarida hat den Betrieb eingestellt.

Ich habe mit meiner Frau, Christoph A. Puszkar von 5th AVENUE, Ricci und anderen wunderbare Abende dort verbracht. Das “La Guarida” galt als bestes Restaurant Havannas und wurde in den aus dem preisgekrönten Film “Fresa y chocolate” bekannten Räumlichkeiten geführt. Als Grund für die Schliessung nennt Suckling die schwierigen wirtschaftlichen Umstände:

“It was just too difficult to keep La Guarida going,” said Enrique Nunez, the owner of the third floor restaurant in Central Havana on Calle Concordia. “It didn’t make sense anymore.”

Hier finden sich Bilder zum geschlossenen Juwel.

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Schöne Aussichten für diesen Abend: In der QN-Lounge in Effretikon, ehedem eine meiner liebsten Zigarren Lounges (s. auch Verzeichnis zigarrenfreundliche Lokale) in der Schweiz, treffe ich Heiko Poerz (ClubCigarren.com) und Marc André (DER HUMIDOR). Letzteren kennen die Wiki-Leserinnen und -Leser unter anderem als Urheber für die so umfassende wie hoch stehende Information über Humidore und Zigarren-Lagerung.

Ich werde bei Gelegenheit einen Schnappschuss des Treffens (respektive der Zigarren) via Twitter-Account veröffentlichen.

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(Bildquelle: QN-World)

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Wenn englischsprachige Aficionados Zigarren als ganz besonders lecker bezeichnen, wird ab und wann der Begriff “nail burner” verwendet. Das steht für Rauchen bis zum bitteren, respektive heissen Ende.

Persönlich zünde ich mir allenfalls ja lieber vorzeitig eine neue Zigarre an und rauche nicht bis zum Nagelansatz. Dass es sich beim “nail burning” aber nicht um eine Randerscheinung handelt, scheint der Beitrag “The Cigar Stub” von Cigar Aficionado Online zu beweisen. Das $39.99 teure Chrom-Alu-Teil erlaubt das instrumentalisierte Rauchen bis zur letzten Neige.

Macht sicherlich toll Eindruck, wenn man in Gesellschaft seinen Stummel in die Zange klemmt. Oder anders ausgedrückt: The Cigar Stub könnte meines Erachtens auch hemmungslos in der Kategorie “Gadgets (oder Zigarren), die die Welt nicht braucht” aufgeführt werden.

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(Bildquelle: CoolThings.com)

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Kennen Sie “Google Alerts“? Sehr praktisch, man gibt Suchbegriffe ein und bekommt Links zu passenden Artikeln oder Blog-Beiträgen via E-Mail zugestellt. Ich verwende diese Dienstleistung seit langer Zeit schon und mir ist in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass die Anzahl Alerts mit Inhalt “Zigarre” oder “Cigar” massiv zugenommen hat.

Ok, während der Weihnachtszeit rauchen viele Gelegenheitsraucher mal eine Zigarre und schreiben darüber. Doch die Zunahme scheint übersaisonalen Charakter zu haben. Nun, mittlerweile gibt es viele Themen-Blogs, wie u.a. eine themenspezifische Suche zeigt. Auch die Suchanfrage im deutschsprachigen Pressebereich ergibt einige Treffer. Und die stetig steigenden Zugriffszahlen auf den Cigar Wiki-Medienverbund weisen aus subjektiver Warte ebenfalls auf nachwievor grosses Interesse in Zigarrenbelangen hin. Wichtiges Medium ist zudem Twitter. Wie zum Beispiel der Follower-Liste des Cigar-Wiki-Twitter-Accounts entnommen werden kann, ist das aber vor allem eine US-Zigarrenbranchen-Show. Der deutschsprachige Raum ist extrem untervertreten; löbliche Ausnahmen wie zum Beispiel cigarman_ch ausgenommen.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Interessenslage und das Potenzial im Internet ist enorm gross. Um als Online-Händler erfolgreich zu sein, was im deutschsprachigen Raum bisher nur wenigen gelungen ist, braucht es Hingabe und Engagement. Wer dies mitbringt, gut beraten ist und entsprechend investiert, erobert den Absatzkanal der nahen Zukunft.

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