August 2009

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Diamantengespickte Zigarre

Mal wieder eine Meldung aus der Rubrik “Zigarren, die die Welt nicht braucht” (Meldung via DNews.de):

“Die Luxusmarke Chigâr hat die nach eigenen Angaben teuerste Zigarre der Welt auf den Markt gebracht. Die Luxusrauchware ist mit 150 klitzekleinen Diamanten verziert und kostet 4.500 Euro. Die Zigarre wurde dieses Wochenende auf der Millionärsmesse in Noordwijk (Niederlande) vorgestellt. “Die Zigarre wurde bisher noch nicht verkauft“, sagte Zigarrendesigner Jerrit Koeman am Sonntag.

Gedreht wurde die Zigarre aus kubanischem Tabak. “Die Diamanten verschwinden mit der Asche im Aschenbecher oder auf der Straße“, erklärt Koeman.”

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“Ist ja logisch”, mag sich mancher angesichts des Titels denken. Geht es dann aber um Faktenwissen und realistische Szenarien, ist man über ausführliche Hintergrundartikel wie “Wind Warnings In Caribbean Cigars” von Tobacco Products International” wohl dankbar. Besagter (englischsprachiger) Artikel widmet sich den Auswirkungen der US-Kubapolitik auf das weltweite Zigarren-Business. Anbei einige Aussagen zusammengefasst und übersetzt:

Bedingt durch das US-Embargo (das voraussichtlich bis Ende 2010 fallen dürfte) mischen bezüglich der Frage des künftigen Havanna-Imports in die USA Unternehmen aus Europa, dem Mittleren Osten und Südamerika mit. (…)

Swedish Match und Imperial Tobacco bekämpfen sich bereits jetzt – unter anderem mit Lobbyarbeit – bezüglich der künftigen Rechte in den USA. Swedish Match (mit Tochtergesellschaften wie General Cigar) will aus protektionistischen Gründen das Embargo auf Havannas möglichst aufrecht erhalten, als Anteilseigner von Habanos S.A. will sich Imperial Tobacco selbstverständlich den Exklusivimporteur-Status sichern. Dazu kommen die Markenstreitereien (s. “Gerangel um Havannas in den USA“), weil viele ursprünglich kubanische Labels in den USA parallel zum Originalprodukt geführt werden. (…)

Aktuell werden 70 Prozent der Habanos in europäischen Staaten – vorab Spanien, Frankreich, Deutschland und Schweiz – abgesetzt (s. auch “Habanos-Zahlen …“). Andere EU-Staaten (im Osten) legen zu und werden immer wichtiger. Der Havanna-Nachschub dürfte Europa zu Gunsten des US-Marktes folglich nicht gekappt werden – insbesondere weil der Euro noch eine Weile lang deutlich attraktiver als der US-Dollar bleiben dürfte. (…)

Unter dem Strich, dürfte das Ende des US-Embargos nur marginale Effekte auf die (jetzt schon existierende) Erhältlichkeit von kubanischen Premiumzigarren in US-Fachhandelsgeschäften haben. Der Autor geht von rund 15 bis 20 Millionen Stück aus, die bis in einigen Jahren (offiziell) importiert werden dürften.”

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Am Anfang machte ich noch regelmässig auf die Möglichkeiten des Cigar Wiki für den Fachhandel aufmerksam. Eigene (kostenlose) Wiki Seiten (s. Beispiele in oberster Rubrik), Hinweise auf Veranstaltungen, Blog-Beiträge etc. Mittlerweile besteht Interaktion mit einigen aktiven Fachhandelsunternehmen. Aufdrängen mag ich ich die Medien-Kombination Cigar Wiki in Deutsch, Cigar Wiki in Englisch, Blog und Twitter-Feed niemandem mehr.

Immer wieder gibt es aber wunderbare Überraschungen. So machten z.B. plötzlich La Casa del Habano Nürnberg oder Cigarworld mit selbst gestalteten Werbesujets auf das Cigar Wiki aufmerksam. Und eben entdeckte ich, dass die Logos der kubanischen Labels auf der neu gestalteten Webseite des renommierten Fachhändlers Urs Portmann direkt mit  den jeweiligen Detailseiten im Cigar Wiki verlinkt sind. Super Sache. Hand in Hand von Wiki und Fachhhandel zu Gunsten des Kulturgutes Zigarre. Klingt etwas pathetisch, ist (wäre) aber (eigentlich) so.

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Wer mehr als nur gelegentlich Zigarren raucht, wird das Standard-Genussgefühl genauso kennen, wie das Gefühl einer ganz besonderen Zigarre. Dazu kommt meines Erachtens noch das Gefühl des eigentlich überflüssigen Smokes. Auch wenn ein gewisser Chefredaktor einer gewissen Hochglanzpostille sich jüngst über habanophile Langweiler ausgelassen hat (ich hoffe, er hat mittlerweile seine innere Ruhe wieder gefunden), gehören für mich sehr viele kubanische Zigarren in die erste Kategorie und relativ wenige in die letzte.

Zweifelsohne zum “ganz besonderer Genuss” zähle ich persönlich – völlig subjektiv selbstverständlich – die Saint Luis Rey Double Coronas. Gestern öffnete ich ein neues 50er Cabinet und war einmal mehr begeistert (auch ohne 30jährige Lagerung gemäss Min Ron Nee).

Wer es noch nicht getan hat, sollte diese Zigarre mal testen – im etablierten Fachhandel gibt es diese und andere (subjektiv empfundene) 1. Kategorie-Zigarren übrigens nicht selten einzeln zu kaufen.

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Golf.de widmet sich im Artikel “Mit Fluppe am Abschlag” dem Thema Golf und Zigarre. Profis rebellierten am US Open 2008 erfolgreich gegen ein Rauchverbot (das dann aber für die Zuschauer Geltung hatte). Die Begründung von Miguel Angel Jimenez:

“Ich weiß nicht, was das Problem ist. Wir sind unter freiem Himmel. Ich dachte, wir hätten die Freiheit zu tun, was wir wollen.”

Fürwahr.

…. titelt Cigar Wiki-Supporter Don Cigarro alias Jürg Brunold in seinem Blog und zeigt die drei 2009-Limitadas (s. auch Beitrag “Havanna-Zigarren: Edición Limitada 2009“) im Überblick:

Bolivar Petit Belicosos

H. Upmann Magnum 48

Romeo y Julieta Duke

(Bildquelle: Habanos S.A.)

Einen Ausblick auf das nächste Jahr habe ich im Beitrag “… und die Edición Limitada 2010” bereits gegeben. Voraussichtlich werden es sein:

  • Montecristo Grand Edmundo, Format Cañonazo (Ring: 52, Länge: 150 mm)
  • Partagás Serie D Especial (50 x 141 mm)
  • Trinidad Short Robusto (50 x 102 mm)

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Na, das ist doch mal eine stilvolle Sache: Eine mobile Zigarren Lounge. Cigar Aficionado Online schreibt dazu:

“The Mobile Cigar Lounge is housed inside an original 1961 Airstream, a camper popular for its distinctive aluminum exterior. The Airstream has been gutted and replaced with a beautiful interior designed by Neckar himself to feel like an old-style cigar lounge.

It features include ostrich leather seating, flat screen TVs with satellite reception, parquet floors, granite countertops and, of course, a humidor full of cigars.”

(Bildquelle und weitere Informationen: www.mobilecigarlounge.com)

CigarCyclopedia.com zitiert im Artikel “U.S. CIGAR STORES, BY THE NUMBERS” eine Erhebung der Premium Cigar & Pipe Retailers Association (IPCPR) und charakterisiert die US-Zigaren-Shops wie folgt (das Wichtigste übersetzt):

  • 74% der Shop-Inhaber bewirtschaften eine einzige Lokalität (familiäres Mom and Pop-Geschäftsprinzip). 80% der Befragten erklärten, dass sich das Unternehmen in Familienbesitz befinde.
  • 96% verkaufen Premium Zigarren. 64% führen auch maschinengemachte Zigarren im Sortiment. 82% haben einen begehbaren Humidor, 64% bieten eine Smoking Lounge an und 48% verkaufen auch Getränke in den Lounges.
  • Durchschnittlich besuchen jährlich 22′000 Interessierte einen US-Zigarren-Shop. Davon sind 90% zwischen 35 und 54 Jahre alt.
  • Am meisten wird das Toro- vor dem Robusto-Format nachgefragt. Am beliebtesten sind Zigarren von mittlerer Stärke.
  • 51% der Inhaber bezeichnen lokale oder staatliche Steuern als grösste Gefahr für die Zukunft. Gefolgt von 48%, die sich vor allem vor Internet und E-Mail-Shopping fürchten. Wobei: 67% sind selber im Online-Business aktiv und generieren z.B. über den E-Mail-Kanal durchschnittlich $27′000.
  • 41% der Fachgeschäfte haben auch Grosskunden und generieren jährlich durchschnittlich $28′000.- über diesen Distributionskanal.

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Die ganze Rauchverbotsdiskussion bleibt derzeit Aussen vor – so herrliche Bedingungen für Outdoor Smokes gab es schon lange nicht mehr. Und geht es nach der NZZ, dann wird es noch besser: “Hitzewarnung für die Schweiz ausgeben“. Tolle Opportunitäten für den Fachhandel. Innovationen wie “Hitze-Spezial-Bundles”, “Sommertraum-Aktionen” etc. würde die Konsumlust noch steigern. Theorie, klar ;-)

Wie auch immer: Geniesst das herrliche Setting im Freien mit coolen Zigarren.

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Wie getwittert, rauchte ich am Freitagabend eine hervorragend Partagas Salomones und wiederholte das Vergnügen gerne am Sonntag – es handelt sich ja auch um eine richtige Sonntagszigarre;-)

Apropos Twitter; anbei die ersten Erfahrungen mit dem Cigar Wiki-Twitter-Account:

  • Extrem oberflächlich und doch tiefgehend das Kommunikationsverhalten verändernd
  • Für Unternehmen wird’s zur Pflicht (u.a. weil sie sonst Kampagnen nicht erkennen oder zumindest nicht darauf nicht reagieren können)
  • Vernetzung mit Interessierten in aller Welt wird zum Kinderspiel (XING, Facebook etc. sind deutlich umständlicher und verfänglicher)
  • Followers nicht um jeden Preis generieren (oder gar kaufen); lieber langsamer und eine zielgerichtete(re) Community aufbauen – der Streuverlust von Mitteilungen liegt dann nicht bei nahezu 100 Prozent
  • Einfach ausprobieren!

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