User-Frage zum Tabakanbau

Auf der Diskussionsseite der Wiki-Page Tabakanbau fragt User(-in) “DieNeu”:

Pestizide beim Tabakanbau. Hallo zusammen, ich war kürzlich auf Kuba und habe die Zigarrenfabrik in Pinar del Rio besucht. Die sehr nette und auskunftsfreudige (deutschsprachige!) Führerin sagte auf die Frage, ob Pestizide beim Tabakanbau verwendet werden: natürlich! Das sei normal und üblich. Meine Frage ist: wie schädlich sind diese Pestizide und gibt es Zigarrentabake die ohne dieselben d.h. “ökologisch” angebaut werden?”

Gerne reiche ich die Frage an die Profis weiter. Die Antworten können direkt auf der Diskussionsseite, hier im Blog als Kommentar oder via E-Mail (ich stelle sie dann ein) gegeben werden.

(Bildquelle: 5TH AVENUE Products Trading GmbH)

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  1. Aficionado’s avatar

    So weit schon mal eine Kurzantwort: Kuba gilt als führend im Bereich der Bio-Pestizide. Im Gegensatz zu anderen Anbaugebieten hat Kuba Brommethan (Methylbromid) schon seit längerer Zeit ganz abgesetzt. Tabakpflanzen gelten als ausgesprochen anspruchsvoll. Tabakpflanzen für Havannas ohnehin. Kuba scheint den ökologischen Weg aber erkannt, wenn auch selbstverständlich noch lange nicht vollständig umgesetzt zu haben.

    Beste Grüsse, A.

    Ps. Habe ich die Web 2.0-Regel schon mal erwähnt? 98 Prozent konsumieren, 2 Prozent interagieren ;-) Kein Vorwurf, nur Fakt (bei täglich mehr als 300 Usern).

  2. Enjoy’s avatar

    [..] \Der 25 jährige Alexander Molter hat die „Balboa“- Zigarre in Panama wiederentdeckt. Sein in Marbach am Neckar ansässiges Unternehmen „Darier&Cleef“ stellt weltweit die einzigen Zigarren her, die komplett aus ökologisch angebautem Panamatabak gedreht werden.\ (s. Link \Enjoy\; Presseservice Region Stuttgart) Heute unter Colón laufend: http://de.coloncigars.com/shop_content.php?coID=12

    Auch ein Einfluss: [...] \Zu Beginn der 1990er Jahre stand Kuba vor dramatischen Umstruktierungen. Der ineffiziente und energieverschlingende Handel mit der UdSSR war gewissermaßen über Nacht zusammengebrochen. Kuba drohte gleichzeitig eine schwere Nahrungs- und Energiekrise. Da sowohl Treibstoff als auch Dünger und Pestizide fehlten, entschied sich die Regierung den einzig möglichen Weg zu gehen – und weitete den Anbau biologisch erzeugter Nahrungsmittel drastisch aus. In den Medien wurde dieser Schritt bald als organic revolution bezeichnet. Im Jahr 2001 berichtete die BBC, dass die Produktion von Früchten und Gemüse jährlich um 250% zunehme. Der Schlüssel zu dieser Entwicklung war einerseits die auf der Insel vorhandene freie Arbeitskraft vieler KubanerInnen, welche ein Umschwenken zur arbeitsintensiveren ökologische Landwirtschaft begünstigte. Außerdem wurden in den Städten zahlreiche freie Plätze genutzt, um kleine Gärten anzulegen. Doch der eigentliche Clou sind die besonderen Vorteile der biologischen Landwirtschaft, welche es erlauben, auf den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln zu verzichten. Kuba hat also aus der Not eine Tugend gemacht.\ (Die Klimakrise http://klimakrise.de/2007/07/07/der-merkwurdige-fall-kuba/)

    Kuba half dem Karibikstaat Antigua und Barbuda bei Einführung von ökologisch korrektem Tabakanbau für Touristen.\ (AllBusiness http://www.allbusiness.com/business-finance/business-loans/581074-1.html)

  3. Christoph A. Puszkar’s avatar

    Pestizide werden natürlich auch in Cuba in der Tabakproduktion verwendet. Tabak ist eine Pflanze, die für eine ganze Reihe von Krankheiten und Schädlingen anfällig ist und deshalb geschützt werden muss. In Cuba achtet man aber sehr genau darauf, das auf das Notwendige zu beschränken. Der Grund dafür ist unter anderem schlicht und einfach: der Einkauf von Pestiziden muss gegen Devisen im Ausland erfolgen! Das fällt Cuba nicht leicht und deshalb geht man sehr effizient und sparsam damit um.

    Über die Schädlichkeit dieser Pestizide ist mir nichts bekannt. Ich kann Sie allerdings beruhigen: wir senden regelmäßig Cigarrenproben an ein Prüflabor und dabei wurden bisher nie irgend welche Rückstände o.ä. in auch nur ansatzweise schädlicher Menge festgestellt. Pestizidfreie Cigarren werden in Cuba nicht gefertigt.

    Mit besten Grüßen
    Christoph A. Puszkar

  4. Dieter Neubert’s avatar

    Vielen Dank für die vielen interessanten Informationen. Hier noch ein Link zu einer “ökologisch angebauten Zigarre”: http://www.zigarren-kultur.de/catalog/product_info.php?cPath=67_47&products_id=71