März 2009

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Viel zu unkritisch sei ich gegenüber Kuba und dessen Regierung, wurde mir jüngst vorgeworfen. Auslöser: Ich hatte einen zugeschickten Blogbeitrag eines kubanischen Dissidenten nicht veröffentlicht. Nun, das es sich hier um einen Themenblog handelt, empfinde ich es nicht als meine Aufgabe, Politik zu betreiben. Gerne verweise ich aber bei passenden Gelegenheiten auf ausgewogene, journalistische Artikel zum Thema Kuba. Einseitige Sichtweisen vermeide ich aber genauso wie persönliche Kommentare. Es ist ja schon schwer genug, die Politik des Heimatlandes zu analysieren und zu kommentieren. Wie soll das also für ein Land möglich sein, das man trotz grossen Interesses, viel Lesens und einiger Besuche nur oberflächlich kennt? Meines Erachtens wäre das schlicht und einfach anmassend.

So weit so gut. Der Vorwurf hat mich aber dazu bewogen, die Zugriffsstatik hinsichtlich der Beliebtheit einzelner Beiträge anzuschauen. Kurz: Beiträge mit positivem Grundtenor sind sehr viel beliebter als solche mit negativer Tonalität. Postings über Rauchverbote zum Beispiel interessieren wenig. Text- und Bildbeiträge zu Smokes, Anlässen oder auch Zigarrenempfehlungen werden demgegenüber sehr viel häufiger angeklickt.

Die Leserinnen und Leser besuchen Blog und Wiki folglich mit positivem Anspruch. Bad News mögen sie im Zusammenhang mit Premium Zigarren nicht konsumieren. Eine meines Erachtens adäquate Sichtweise – und die Grundlage für das langfristige Überleben der vom Suchtrauchen deutlich abzugrenzenden Zigarrenkultur.

Ein Bekannter liess in seinem Gastro-Humidor eine ziemlich beachtliche Cohiba-Kollektion austrocknen. Ein Thema für sich wäre ja die Spekulation über die Gründe für die Mono-Auswahl an Cohibas und den achtlosen Umgang damit. Aber egal. Auf jeden Fall wollte er mir die knisternden Dinger verkaufen. Ich lehnte dankend ab. 

Da hätten viele wohl anders entschieden: Im Internet finden sich sehr viele Tipps für die Wiederbefeuchtung von ausgetrockneten Zigarren. Bei der Arbeit am Wiki-Beitrag “Lagerung” (s. auch “Humidor, Zigarrenlagerung, Schimmel, Käfer & Co.“) liess ich den Tipp für Zigarren-Reanimation von Cigar Aficionado Online zwar drin, ergänzte das Kapitel “Wiederbelebung trockener Zigarren” aber sehr gerne mit der Meinung von Fachmann Marc André (der ganz offensichtlich auch nichts von wiederbelebten Zigarren hält):

“(…) Die aromenwirksamen Komponenten des Tabaks sind sehr fragil. Sie sind an verschiedene, zum Teil sehr flüchtige Trägersubstanzen gebunden und gehen unwiederbringlich verloren, wenn die Zigarre einmal richtig ausgetrocknet ist. Der Gedanke, dass der Tabak während des Herstellungsprozesses zur Zigarre auch immer wieder trocknet und nachbefeuchtet wird und dabei die Aromen ja auch nicht verlorengehen, darf nicht zu dem Schluss führen, man könne die fertige Zigarre schadlos extremen Feuchtigkeitsschwankungen aussetzen. So wie der Tabak bei der Herstellung der Zigarre immer wieder nachbefeuchtet werden muss, so ist auch die Feuchtigkeit für den Aromenerhalt der Zigarre von elementarer Bedeutung.

Eine einmal ausgetrocknete Zigarre kann zwar wieder “rauchbar” gemacht werden, doch einen Genuss wird sie nicht mehr bescheren. Sie schmeckt flach, langweilig und hat alles verloren, was sie als Genussprodukt ausmacht.”

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Sehr vergnügliche Smokes hatte ich am diesjährigen Festival del Habano immer wieder mal mit Marc André, Heiko Poerz und ihren beiden Kumpels. Unter anderem machte ich dabei mit Marc André (Bild) aus, dass die bisher eher stiefmütterlich behandelten (aber extrem wichtigen) Cigar Wiki-Bereiche Humidor und Zigarrenlagerung mit Texten, die er für seine Referate und Publikationen verfasst, ergänzt werden.

Am Wochenende habe ich mit der Arbeit begonnen. Obwohl noch einige Aspekte fehlen und Illustrationen später eingebaut werden, finden Interessierte bereits jetzt höchst interessante und facettenreiche Informationen des international renommierten Fachmannes Marc André zu Themen wie Tischhumidor, das richtige Wasser, die passende Grösse, Luftfeutigkeit oder Temperatur für optimale Lagerung, Aged Cigars und natürlich auch zu Schimmel, Zigarrenblüte, Milben und Tabakkäfern

Die Arbeit ist nicht abgeschlossen und geht, wie für ein Wiki üblich, laufend weiter. Es konnte aber die Basis für einen weiteren, wichtigen Entwicklungsschritt in Richtung umfassende Online-Enzyklopädie für die Zigarre und anverwandte Themen getan werden.

In seiner Publikationsreihe, die er für die deutsche Ausbabe von Cigar Clan geschrieben hat, wird Marc André beruflich wie folgt charakterisiert:

“Marc André, passionierter Cigarrenraucher und leidenschaftlicher Humidorbauer, hat verschiedene Befeuchtungselektroniken entwickelt und ist bei Humidor-Spezialanwendungen in den Bereichen Automotive, Großhandel und Mode unterstützend tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Projektmanager und Berater bei der Gestaltung neuer »Rauchräume« und individueller »Rauchkonzepte« für die gehobene Gastronomie. Schließlich bietet Marc André, der in Stuttgart lebt und arbeitet, als Betreiber der Internetseite www.humidorbau.de dem Cigarrenraucher vom fertigen Humidor bis zur Individualanfertigung das komplette Sortiment zur erfolgreichen Cigarrenlagerung.”

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Der grosse Mann des kubanischen Tabaks, Don Alejandro Robaina, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwünsch!

(Bildquelle: Cigar Wiki – Fotografie Tobias Hauser)

Habanos S.A. präsentiert (Details s. PDF, 770 KB) die neuen Garantiesiegel mit Barcode und Hologram

(Klick aufs Bild für Grossansicht; Bildquelle: Habanos S.A.)

Das erste Garantiesiegel für Havanna-Zigarren wurde 1889  eingeführt. Es berechtigte die Mitglieder der „Union de Fabricantes de Tabaco“ dazu, ihre Zigarren als in Havanna hergestellte auszuzeichnen. Dieses Siegel trug entscheidend dazu bei, die Habanos zu schützen (Textquelle: Cigar Wiki). Das neue Siegel mit Barcode und Hologram wird diesen Schutz noch erhöhen. Ultimativer Schutz wäre eine RFID-Lösung: Kleinste Computerchips würden eine eindeutige Identifikation der Zigarren(-kisten) jederzeit erlauben. Gut möglich, dass das der nächste Entwicklungsschritt gegen Fälscher und Graumarktimporteure sein wird.

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Am Festival habe ich im zum Restaurant El Aljibe (unbedingt das Hühnchen probieren) gehörenden Zigarrenshop eine Kiste H. Upmann Magnum 50 gekauft. Sie rochen unglaublich gut und die Deckblätter sahen wunderschön aus. In der Tat schmeckten sie hervorragend, wie auch einige Mitraucher im Garten des Hotel Nacional de Cuba bestätigten. 

Gestern bekam ich eine Kiste Magnum 50 geliefert, die ich in der Schweiz bestellt hatte. Ich mag diese Zigarre wirklich und die erste aus der Kiste schmeckte gestern auch ganz gut. Von dem Magnum-Smoke auf Kuba war sie aber meeeilenweit entfernt. Ich verspüre aktuell zweifelsohne etwas Fernweh.

Bildquelle: 5th AVENUE Products Trading GmbH

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(Bildquelle: 5th AVENUE Products Trading GmbH)

5th AVENUE Products Trading GmbH schreibt in einer Pressemitteilung heute:

Luxuriöse Habanos-Selektion „X Aniversario Festival del Habano” kommt in den Handel 

Wohl eine der größten Überraschungen für die Gäste der Galaveranstaltung zum X. Festival del Habano im vergangenen Jahr war das Präsent, das alle Teilnehmer erhielten. In einer massiven Zedernholzschatulle in schwarz glänzendem  Klavierlack präsentierte sich da eine Auswahl von zehn verschiedenen Habanos. Und nicht weniger als neun verschiedene Marken von Cohiba bis Cuaba umfasste diese Selektion. Jedes dieser  Formate hatte Habanos S.A. in den vorangegangenen Jahren beim Festival vorgestellt. Traditionell nutzt Habanos S.A. die Anwesenheit von Gästen aus aller Welt zur exklusiven Vorstellung der Neuheiten in glanzvollem Rahmen. Auch die Neueinführungen des Jubiläumsjahres 2008 – die H. Upmann Magnum 50 und die Hoyo de Monterrey Epicure Especial – fanden sich in der luxuriös gestalteten Präsentbox. Jede Cigarre trägt einen zusätzlichen Ring, der dem 10. Jubiläum des Festival del Habano gewidmet ist. 

Habanos S.A. hat nun den Wunsch der Aficionados und Sammler erfüllt und bietet die Schatulle in einer weltweit auf 20.000 Stück limitierten Auflage an. Doch nicht nur erfahrende Connaisseure werden mit dieser Selektion angesprochen. Sie eignet sich ebenso als repräsentatives Geschenk für den Cigarrenliebhaber. Die Habanos-Selektion „X Aniversario Festival del Habano“ wird ab sofort im deutschen Fachhandel angeboten. 

Die Selektion bietet folgende Zigarren und ist auch in der Schweiz erhältlich:

Marke Format Vitola de galera Ø in mm Länge in mm
Cohiba Maduro 5 Genios Estupendo 20,64 140
Cohiba Siglo VI Cañonazo 20,64 150
Montecristo Edmundo Edmundo 20,64 135
Partagás Serie P No.2 Piramide 20,64 156
Romeo y Julieta Short Churchill Robusto 19,84 124
Hoyo de Monterrey Epicure Especial Gordito 19,84 141
H.Upmann Magnum 50 Magnum 50 19,84 160
Trinidad Robusto Extra Doble 19,84 155
San Cristóbal Mercaderes Hermoso No.1 19,05 167
Cuaba Generosos Generoso 16,67 132

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Passivrauch ist unangenehm. Schön für alle, wenn Raucherlokalitäten entsprechend gekennzeichnet sind und Wahlfreiheit besteht. Studien, die sich dem Thema Passivrauch widmen, gibt es als Dutzendware (genauso wie zu jedem anderen beliebigen Thema, das Studien-Umsätze generiert). Laut Beda M. Stadler, Institutsdirektor und Professor für Immunologie an der Universität Bern, kann aber keine dieser Studien wissenschaftlich erhärten, dass Mitraucher ernsthaft bedroht sind - der entsprechende Weltwoche-Artikel vom 18. Januar 2007 ist bei Sackstark nachzulesen.

Glaubens- und Ansichtssache. Wichtig ist, dass Raucher und Nicht-Raucher möglichst emotionslos für beide Seiten tragbare Lösungen finden. Da helfen (auf weiteren Studien basierende) Artikel wie “Fettleibigkeit genauso gefährlich wie Rauchen” (Spiegel Online, 18.3.2009) nun aber wirklich nicht weiter. Mich persönlich stört zudem diese emotionalisierend boulvardeske Tonalität im Zusammenhang mit einem Spiegel-Artikel. Aber auch das ist Glaubens- und Ansichtssache.

Nicht Ansichtssache ist wohl, dass der Gesundheitswahn auch Essen, Trinken und weitere genussvolle Facetten des Lebens zu reglementieren droht.

Es erstaunt immer wieder, dass es Touristen gibt, die in Havannas Strassen Zigarren kaufen. Jüngst zeigte mir ein Kollege voller Stolz eine Kiste Cohiba Esplendidos, die er von einem Freund geschenkt bekommen hatte. Die Kiste war nicht schlecht gemacht, die Zigarren waren aber keinesfalls esplendidos-würdig.

Ich wollte den Bekannten nicht beleidigen und nahm einige Züge. Fürchterlich. Gott sei Dank hatte ich eigene Zigarren dabei. Nach einigen Minuten mit der neuen Zigarre und leiser werdenden Protesten schaute auch der Kollege sein Geschenk mit anderen Augen an. Nach dem Hinweis auf das potenzielle Tabakkäfer-Risiko legte er sie auch nicht mehr in seinen Humidor zurück.

Nun, trotz aller Hinweise und Warnungen, Zigarren nur an offiziellen Verkaufsstellen – davon gibt es wahrlich genug – zu kaufen, blüht das Geschäft mit den Fälschungen. Mail & Guardian Online gibt im Artikel “The dark side of Cuban cigars” einen Einblick in diese so gefährliche wie betrügerische Arbeit und die Hintergründe.

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Es gibt Falschinformationen, die sich hartnäckig halten. So machte mich ein Leser auf einen angeblichen Fehler im Festival-Rückblick des Cigar Wikis aufmerksam. Folgende Passage in Christoph’s Notizen vom 27. Februar sei nicht korrekt:

“Die Cigarren von Trinidad werden heute übrigens in der Manufaktur Francisco Donatien gefertigt – der einzigen direkt in Pinar del Río gelegenen Fabrik. Die Tabake sind von höchster Qualität und kommen aus den besten Vegas Finas de Primera (Pflanzungen erster Qualität) des Tabakanbaugebietes Vuelta Abajo.”

Grund: Trinidads würden wie (der Grossteil der) Cohiba-Zigarren in El Laguito gefertigt. Offensichtlich ist diese Information in einigen älteren Zigarrenbüchern und auf nicht aktualisierten Webseiten zu finden. 

Fakt ist, dass die Trinidad-El Laguito-Liaison Vergangenheit ist und diese Spitzenzigarren in Pinar del Río gefertigt werden.

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