Wiederbelebte Zigarren – schmeckt nicht

Ein Bekannter liess in seinem Gastro-Humidor eine ziemlich beachtliche Cohiba-Kollektion austrocknen. Ein Thema für sich wäre ja die Spekulation über die Gründe für die Mono-Auswahl an Cohibas und den achtlosen Umgang damit. Aber egal. Auf jeden Fall wollte er mir die knisternden Dinger verkaufen. Ich lehnte dankend ab. 

Da hätten viele wohl anders entschieden: Im Internet finden sich sehr viele Tipps für die Wiederbefeuchtung von ausgetrockneten Zigarren. Bei der Arbeit am Wiki-Beitrag “Lagerung” (s. auch “Humidor, Zigarrenlagerung, Schimmel, Käfer & Co.“) liess ich den Tipp für Zigarren-Reanimation von Cigar Aficionado Online zwar drin, ergänzte das Kapitel “Wiederbelebung trockener Zigarren” aber sehr gerne mit der Meinung von Fachmann Marc André (der ganz offensichtlich auch nichts von wiederbelebten Zigarren hält):

“(…) Die aromenwirksamen Komponenten des Tabaks sind sehr fragil. Sie sind an verschiedene, zum Teil sehr flüchtige Trägersubstanzen gebunden und gehen unwiederbringlich verloren, wenn die Zigarre einmal richtig ausgetrocknet ist. Der Gedanke, dass der Tabak während des Herstellungsprozesses zur Zigarre auch immer wieder trocknet und nachbefeuchtet wird und dabei die Aromen ja auch nicht verlorengehen, darf nicht zu dem Schluss führen, man könne die fertige Zigarre schadlos extremen Feuchtigkeitsschwankungen aussetzen. So wie der Tabak bei der Herstellung der Zigarre immer wieder nachbefeuchtet werden muss, so ist auch die Feuchtigkeit für den Aromenerhalt der Zigarre von elementarer Bedeutung.

Eine einmal ausgetrocknete Zigarre kann zwar wieder “rauchbar” gemacht werden, doch einen Genuss wird sie nicht mehr bescheren. Sie schmeckt flach, langweilig und hat alles verloren, was sie als Genussprodukt ausmacht.”

Schlagworte: