“Warten auf den Tag X”

… titelt Manager Magazin Online und fasst den lesenswerten Artikel über Kuba mit folgenden Worten zusammen:

“Weltweite Finanzkrisen können Kuba kaum schocken, die Verstaatlichung von Banken hat in dem armen Land schon vor Jahrzehnten stattgefunden. Fraglich ist allerdings, wie es nach dem absehbaren Ende der Castro-Ära weitergeht. Investoren aus China, Russland, Venezuela und den USA stehen bereits in den Startlöchern.”

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  1. Ricci Riegelhuth’s avatar

    ….gefunden in der heutigen WamS:

    Gulag in der Karibik
    Von Ansgar Graw
    9. November 2008, 02:02 Uhr

    “Auf Kuba schienen sich Reformen anzukündigen. Aber Fidel Castro hat jeden Wandel gestoppt, sein Bruder Raúl hat wenig zu sagen. Auf der sozialistischen Zuckerinsel regiert der Staat drakonisch. Dissidenten landen im Gefängnis. Ein Besuch bei Oppositionellen und Angehörigen von Gefangenen

    Über Kuba existiert hierzulande ein Missverständnis. Es heißt, in dem Karibikstaat habe im Februar ein Wechsel stattgefunden und anstelle des siechen Fidel Castro herrsche nun dessen Bruder Raúl.

    Wer sich auf Kuba umschaut, ist rasch über die tatsächlichen Machtverhältnisse im Bilde. An Hauswänden und auf Plakatflächen beschwören Sinnsprüche Fidel Castros die Allgegenwart der Revolution. Oft tauchen auch noch Ché Guevara auf oder José Martí, der Unabhängigkeitskämpfer aus dem 19. Jahrhundert gegen die Kolonialmacht Spanien. Raúl hingegen, der 77-jährige Staats- und Regierungschef, scheint nichts gesagt zu haben, was für das Volk festzuhalten wäre. Von ihm werden keine Parolen verbreitet. Und “Granma”, das Organ des Zentralkomitees der kommunistischen Partei Kubas, bringt ein Konterfei Fidel Castros ohnehin jeden Tag im Titelkopf und zusätzliche aktuelle Botschaften oder historische Dokumente des 82-Jährigen im Innenteil. Raúl Castro wird hingegen in mancher “Granma”-Ausgabe – etwa der vom 28. Oktober – nicht ein einziges Mal erwähnt.

    Dass Fidel Castro von seinem Krankenbett aus bis heute über Kuba herrscht, davon ist auch Hilda Molina überzeugt. Die 65-jährige Dame wohnt in Havanna nicht weit von der Plaza de la Revolución in einem der jenseits des touristischen Zentrums üblichen vergammelten Mehrfamilienhäuser. Die winzige Wohnung ist ärmlich, aber liebevoll eingerichtet mit Bildern der Angehörigen und christlichen Motiven.

    “Fidel lässt mich nicht zu meinem Sohn nach Argentinien reisen, weil er weiß, wie sehr ich meine Familie liebe”, sagt Hilda Molina. Sie kennt den Máximo Líder, und er kennt sie. Die Neurochirurgin war eine der führenden Wissenschaftlerinnen des Landes. Castro ließ sich von ihr behandeln. Sie gehörte der Partei an und saß im Parlament. Bis sie 1994 wegen der sich rapide verschlechternden medizinischen Versorgung der Bevölkerung mit dem System brach, die KP verließ und ihr Mandat niederlegte.

    Der Sohn der Dissidentin ist vor langer Zeit nach Argentinien geflohen, und ihre fast 90-jährige Mutter durfte Kuba unlängst verlassen. Hilda Molina lebt seitdem ganz allein. Sie sagt, dass sie nicht emigrieren möchte. Aber sie wolle Sohn und Mutter besuchen und ihre Enkelkinder, fünf und 13 Jahre alt, wenigstens einmal sehen. “Doch das erlaubt Fidel Castro nicht. Er hasst mich”, sagt die Frau, die eine “Stiftung zur Verteidigung der Familie” gründete und sich ins Kuratorium der in Frankfurt am Main ansässigen Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) aufnehmen ließ”

    Quelle:
    http://www.welt.de/wams_print/article2695107/Gulag-in-der-Karibik.html