„Der schlimmste Sturm seit 50 Jahren“

… titelt die neueste Ausgabe des Cigar Journal von 5TH AVENUE und liefert Details zu den Hurrikan-Verwüstungen (s. auch frühere Blog-Beiträge): 

“Es waren die verheerendesten Stürme in der Geschichte Cubas seit über 50 Jahren. Das teilte die Regierung in Havanna mit und sprach von „Ike“ und „Gustav“ als den schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. Nach einer vorläufigen Bilanz werden die entstandenen Schäden auf etwa fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Verwüstungen sind verheerend: 443.000 beschädigte Wohnungen, 63.000 sind komplett zerstört und die Energieversorgung mit Strom und Gas ist landesweit zusammengebrochen. Auch Wasser gibt es keines. Viele cubanische Häuser verfügen zwar über auf den Dächern installierte Wassertanks, in denen eine Reserve für eben solche Situationen lagert, aber diese reicht nicht lang. Von den elf Millionen Einwohnern Cubas mussten mehr als drei Millionen in Sicherheit gebracht werden. Auch sieben Todesfälle sind zu beklagen; im Vergleich zu anderen durch die Wirbelstürme betroffenen Ländern allerdings glücklicherweise relativ wenige. 

Gustav traf mit einer Geschwindigkeit von 240 km/h am 30. August 2008 erst auf die Isla de la Juventud, die Insel der Jugend, und wenig später auf die Tabakregion Pinar del Rio. Obwohl „Gustav“ flächenmäßig nur einen geringen Teil Cubas überhaupt streifte, hat er trotzdem, gerade für die Tabakindustrie, immense Auswirkungen. Noch wenige Tage zuvor hatte das National Hurricane Center „Gustav“ aufgrund der verringerten Windgeschwindigkeit auf einen tropischen Sturm herabgestuft. Es musste diese Einstufung aber wieder rückgängig machen, da sich die Stärke „Gustavs“ in den folgenden Stunden aufgrund der Tatsache, dass er nur über Wasser und nicht über Land ging, enorm erhöhte. Als „Gustav“ auf Cuba traf, hatte er die Windgeschwindigkeit erreicht, die ihn zu einem Hurrikan der Stufe 4 (vorletzte Stufe) auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala machte.

In der Region sind ein großer Teil der Tabakhäuser, vornehmlich Trockenschuppen, aber auch Escogidas, in Mitleidenschaft gezogen. Von mehr als 3000 Gebäuden ist die Rede. In den Trockenschuppen werden die noch frischen Tabakblätter getrocknet. Zum Zeitpunkt der Hurrikans waren diese Schuppen allerdings leer. Anders die Escogidas, in denen der bereits getrocknete Tabak zur Fermentierung gelagert wird. Bis zu 50% der Ernte sind offenbar vernichtet, das entspricht etwa 800 bis 900 Tonnen Tabak. Bereits auf die Felder ausgebrachte Setzlinge spülten die immensen Regenfälle hinweg. Nachdem die Felder nun entwässert wurden, muss neu gesetzt werden.

Wenige Tage später, am 7. September 2008, näherte sich „Ike“ mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h der cubanischen Küste, diesmal aber aus nordöstlicher Richtung. Er zog über die Ostprovinzen Guantánamo und Holguin, dann Richtung Las Tunas, Camagüey, Sancti Spiritus, Villa Clara, Matanzas, Havanna und wiederum Pinar del Rio. Durch seinen langen Zug über Land verlor „Ike“ allerdings an Intensität. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht endgültig abzuschätzen. Was die enormen Schäden in der Region Pinar del Rio, einerseits die Zerstörungen an den Gebäuden, andererseits die vernichtete Ernte, letztendlich für Konsequenzen haben werden, bleibt abzuwarten. Ob es möglicherweise gar zu Engpässen bei der Herstellung von Cigarren und damit bei der Belieferung des Weltmarktes kommt, lässt sich bisher nicht sagen. Fest steht allerdings, dass die Hurrikan-Saison noch nicht vorbei ist. Offiziell endet sie am 30. November.”

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