Jüngst lauschte ich bei einer herrlichen Cohiba Siglo VI einer Diskussion in einer Lounge über die Positionierung von Zigarren. Einer vertrat vehement die Meinung, dass sich der Markt angesichts der Rauchverbotsproblematik und der Finanzkrisen-Auswirkungen unbedingt in die Breite entwicklen müsse. Statt teurer Zigarren sollten konsequent preiswerte Zigarren wie die Romeo y Julieta Mille Fleurs propagiert und damit neue Kunden gewonnen werden.
Mir leuchtete diese Argumentation überhaupt nicht ein. Auf die Havannas bezogen, könnte der Luxusaspekt meines Erachtens sogar noch akzentuiert werden. Wer nach einer Havanna verlangt, sollte eine Beratung auf höchstem inhaltlichen Niveau und ein ebensolches Produkt erhalten – aber sicherlich keine Finanzberatung à la “hier hätten wir noch eine billigere Zigarre”. Bei Luxusgütern ist nicht der Preis primäres Verkaufsargument, sondern Qualität, Mythos und Lifestyle. Als Davidoff noch ein beseeltes Unternehmen war, lautet das Moto des Gründers: “Rauche weniger, aber besser und länger – mache einen Kult daraus, eine Philosophie”. In dem Sinne sind Discount-Strategien, die auf Verflachung der Kundenbasis abzielen, aus meiner persönlichen Warte völlig unpassend.
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“Als Davidoff noch ein beseeltes Unternehmen war”. Aber soo schön ausgedrückt
Hasta luego! -
Witzig, gerade gestern hat mir eine Verkäuferin gesagt, dass sie hier noch etwas günstigeres habe …
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Ich denke, es braucht beides. Viele können sich die “teuren” Stücke nicht für jeden Tag leisten, wollen aber vielleicht doch jeden Tag rauchen. Für besondere Anlässe, gibt es dann die aus dem “Luxussegment”.
Andere, die nur selten Rauchen, werden ebenso zu den “Luxuszigarren” greifen.
Noch andere, z.B. Lehrlinge und Studenten, für die kann auch eine Mille Fleur was besonderes sein. Nach der Ausbildung und mit entsprechendem Job kann man sich dann den anderen zuwenden
M
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Sopur -
Das etwas andere Luxussegment habe ich am Wochenende auf der “Millionairsfair” in München gesehen. Zeus Cigarren. Die haben Longfiller Cigarren mit Blattgold überzogen und verkaufen den Sch… für 400€ – wenn Sie denn verkaufen.
Auf die Frage wielche Cigarre hinter dieser zeus steckt, antwortete mir der GF : “wir haben eigene Felder in Cuba und die Cigarre wird mit einem Deckblatt aus Costa Rica veredelt”. Onkel Bührle ick hör dir trapsen!
Auf meine weitere Frage, wie es denn mit den Aromen sei wenn die Cigarre mit Gold zugekleistert ist, kam folgende Antwort: “Das lassen Sie mal unsere Sorge sein. Der Geschmack wird durch das Gold noch verstärkt und die Hitze nach innen würde größer. Dadurch werden alle Schadstoffe verbrannt und die Cigarre noch aromatischer….”
Nach so viel fundierter Beratung habe schnellstens mein Heil in der Flucht gesucht. Ach ja, und für Frauen gibt es vergoldete Rillos . Die 10er Packung für 100€ und in jeder 100. Packung ist ein Diamant versteckt. Bei dem Preis muss der “Diamant” sooo klein sein, das ihn vermutlich nie jemand findet
Fotos habe ich auch gemacht. Ein nettes Stilleben ist eine abgebrannte Cigarre mit goldener Asche. Aber das fällt dann eher unter Kunst und hätte dann Charme. Getru dem Motto: “es war die beste Cigarre die ich je rauchte und deshalb habe ich sie vergolden lassen um ihr die Ehre zu erweisen”.
Einen schönen Tag noch
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Nun ja, zwischen reiner Luxusproduktion wie sie meiner Meinung nach z.B. Laura Chavin betreibt und einer „Discounter-Schiene“ liegt ja eine unglaublich große Bandbreite. Und ich denke Habanos deckt das momentan auch recht gut ab von JLP bis Cohiba. Allerdings könnte das Mittelfeld von 4 bis 7 Euro vielleicht doch noch etwas stärker entwickelt werden.
LG, Michael
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Über diese Gold-Zigarren hab ich mich auch sehr geärgert. Selbst wenn die tolle Firma einige verkaufen sollte und Gewinn macht, so ist es für jeden Aficionado der um Anerkennung ringt doch ein Verlust! Solche Aktionen untermauern nur das Bild des arroganten und versnobten Zigarrenrauchers. Da muss man sich leider nicht wundern, wenn man im Biergarten dumme Sprüche kassiert. Naja wie immer gilt…
stark bleiben!
Michael -
@ Micha
Laura Chavin betreibt keines Falls eine Luxusproduktion, die Basis der LC Cigarren ist die Joya de la Romana aus der Dom.-Rep., die lediglich – wenn auch mit einem sehr guten – eigenem für LC vorbehaltenen Deckblatt versehen wird.Die Cigarren kosten in der Herstellung ca. 4$! Luxusprodukte werden – wenn auch gekonnt – durch die Verpackung und durch das Marketing gemacht. Wobei wir ja alle wissen, dass Onkel Helmut bei seinen Beschreibungen immer ordentlich über die Stränge schlägt und Wahrheit nicht sein zweiter Vorname ist.
Aber wie gesagt, die Produktanmutung und die Präsentation sind Klasse. Allerdings verkauft er leider nicht allzu viel – denn sonst würde er ja seine Rechnungen bezahlen und nicht von fast allen Lieferanten oder Geschäftspartnern früher oder später verklagt ….
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@Kistenklopper
Da habe ich mich unklar ausgedrückt. Mit Luxusproduktion meinte ich eher die angesprochene Zielgruppe und nicht den Produktionsprozess selbst. In diesen habe ich keinen Einblick.@Aficionado
Dann geht es Dir aber eher um den Fachhandel und weniger um die Zigarrenproduktion. Und was den Handel angeht, so schätze ich es durchaus auch vor überteuerten Produkten gewarnt zu werden. Der Presse kann man in diesem Punkt ja aus bekannten Gründen nicht trauen. -
sehr heisses thema!
isch bin am rödeln, awwär mein senf kimmt ach noch, gelle!
gas gewe, längär lewe… -
Goldcigarren…nun ja, was immer man davon haelt, ich finde es war eine gute Idee, die viel Diskussion und vor allem viel PR gebracht hat. Ich habe die ersten 24K Cigarren zum ersten Mal auf der Moskauer Millionaersmesse praesentiert. Dort hatte ich (zusammen mit der Privat Banking Sparte der Deutschen Bank) einen Stand auf dem ich meine damals neue Firma fuer Produkte im Ultra-Luxury Segment praesentiert habe (u.a. Segways, Computer aus Holz, Ikonen, Handys aus Gold und luxury tuned mit Halb- und Edelsteinen, Goldcigarren und sogar einen Goldschnuller und -babyflasche). Die Goldcigarren haben natuerlich fuer einiges Aufsehen gesorgt ( und das war auch der Hauptgrund fuer die Kreation) und noch heute verwenden die TV- und Printredakteure die Bilder um ihre Klischees vom russischen Luxus zu untermauern und zu bestaetigen.
Da ich selber ein Aficionado bin und da ich uebrigens ehemals in der Cigarrenbranche gearbeitet habe, hat es mich auch interessiert, welchen Einfluss das Gold auf den Geschmack, das Aroma und auf das Abbrennverhalten haben. Wenn es jemanden interessiert, kann ich das Ergebnis der Degustationen in einem passenden Medium veroeffentlichen. Was all die Me-too Produkte, vor allem in Deutschland angeht….Ich bin natuerlich nicht amused, dass man meine Idee kopiert, auf der anderen Seite sollen die Kopierer doch gluecklich und reich damit werden. In Deutschland werden sich die Goldcigarren eh nicht verkaufen, schon gar nicht im protestantischen Norden. Ausserdem entspricht die Qualitaet der Cigarren, die ich gesehen habe, nicht dem Luxusimage welches die Me-too Produkte einfordern! Mit cigarrenfreundlichen Gruessen aus Moskau

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