Schweizer Rauchpolitik und Kenias Smoking Zones

Nach dem gestrigen Ja des Nationalrats zum Antrag der Einigungskonferenz wird heute der Ständerat über den Rauchergesetz-Kompromiss abstimmen, der laut NZZ folgende Essenz beinhaltet:

“Gemäss dem Nationalratsbeschluss dürfen Raucherbeizen über eine für Gäste zugängliche Fläche von 80 Quadratmetern verfügen – Toiletten inklusive. Ausserdem müssen die Lokale gut belüftet und gekennzeichnet sein. Weiter muss der Betreiber eine Bewilligung für das Lokal einholen.

Raucherinnen und Raucher dürfen in den für sie reservierten Lokalen und auch in Fumoirs von Restaurants und Nachtlokalen bedient werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Angestellten der Betriebe dieser Tätigkeit im Arbeitsvertrag explizit zustimmen.”

Ein worst case-Szenario der Zukunft habe ich im Welt-Blog “Der weisse Massai” im Beitrag “Danke, dass Sie hier rauchen” gelesen. Ein kleiner Ausschnitt:

“Wer auf Nairobis Straßen beim Rauchen erwischt wird, muss 50.000 Schilling Strafe zahlen. Das entspricht 500 Euro. Alternativ gibt es zwischen drei und sechs Monaten Gefängnis. Sogar im eigenen Auto ist das Rauchen per Gesetz verboten – zumindest legen es Polizisten so aus. Aber es gibt sie, die kleinen Zonen der Regelfreiheit. Sie heißen „Smoking Zones“, sind aber rar: In der Innenstadt von Nairobi gibt es gerade mal drei.”

Update, 2.10., 12.55 Uhr, NZZ: “Raucherbeizen im Ständerat nicht mehr gefährdet“.

Update, 2.10., 13.35 Uhr, NZZ: “Nationalrat stützt einheimischen Tabakanbau“.

Update, 3.10., 14 Uhr, NZZ: “Laue Zustimmung zum Raucher-Kompromiss“.

Schlagworte:

  1. Aficionado’s avatar

    Schlussbericht “Laue Zustimmung zum Raucher-Kompromiss” in der NZZ zum Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen.

    Beste Grüsse, A.

  2. Compadre’s avatar

    Diese Einschränkungen wird die Branche wegstecken und mit Innovation abfedern. Mir machen die Auswirkungen der Finanzkrise mehr sorgen. Die werden noch nicht ernst genug genommen.

  3. Aficionado’s avatar

    Hola Compadre, The Times zeichnet in der Analyse “Henry Paulson’s ploy may not stop credit crunch spreading” diesbezüglich ein düsteres Bild und schliesst mit:

    “(…) At the end of that spiral there are two futures. One is Götterdämmerung, a financial catastrophe that does indeed bear comparison with the aftermath of 1929 – and please, disregard anyone who claims we are there, or anywhere near there, yet.

    The other is a sadder, shabbier world perhaps more comparable to Britain in the 1950s, where luxuries were just that, mostly inaccessible, a step up the housing ladder meant years of penury ahead and credit was almost unheard of. Worry if you work in finance, estate agency, retail or other vulnerable areas, or if you are unable to trade out of your debts on your existing salary.”

    Und Spiegel Online schreibt unter “Dies wird die Krise nicht beenden“:

    “(…) Für Verbraucher und Unternehmen bleibt es mittelfristig schwierig, Kredite zu bekommen. Die Folge: noch höhere Arbeitslosenzahlen (Summers erwartet die “höchsten Werte seit einer Generation”), niedrigere Gewinne, weniger Konsum. Die meisten Experten sehen eine Rezession deshalb weiterhin als das “wahrscheinlichste Szenario” für die Zukunft.”

    Beste Grüsse, A.

  4. Ricci in Stellung’s avatar

    Kalifornische Verhältnisse am Timmendorfer Strand ?

    “Timmendorfer Strand – Die Strandkorbvermieter bekommen dieser Tage Post aus dem Rathaus: Der Kurbetrieb will wissen, was sie von Nichtraucherzonen halten. Eine Idee, die kontrovers diskutiert wird.”

    Bei den smoking rebells kann mehr erfahren werden!