Clear Havanas – Kubas Aussenstelle in Florida

Das Schöne an Zigarren ist die Tatsache, dass sie neben Aussehen, Habtik und Geschmack auch mit geschichtlich und gesellschaftlich ansprechenden Aspekten zu begeistern vermögen. Einer dieser historischen Aspekte ist derjenige der “Clear Havana“, der vollständig aus kubanischem Tabak in Florida hergestellten Zigarren. Ein Auszug aus dem Cigar Wiki:

(Bildquelle: Cigar City Magazine)

Begonnen hat alles mit dem Guerra Larga auf Kuba. Damals setzten kubanische Migranten den Grundstein für die rasch aufkeimende Zigarrenindustrie in den Keys von Florida. Die Bedingungen für die aus Kuba gekommenen Facharbeiter waren perfekt: Kubanischer Tabak war sehr nahe und problemlos erhältlich und das Klima war nahezu gleich wie auf Kuba. Im Gegensatz zu Manufakturen im Norden der USA waren die Hersteller in den Keys nicht auf aufwändige Humidor- und Lageranlagen angewiesen.

Die Zigarren aus Key West, die vollständig aus kubanischem Tabak hergestellt wurden, nannten sich “Clear Havanas”. Sie standen im Ruf, den Originalen von der benachbarten Insel in keinerlei Weise nachzustehen. Der grösste Unterschied war im Preis anzusiedeln. Clear Havanas kosteten rund einen Drittel weniger als die Havannas. Dies, weil keine Import- und Exportsteuern zu bezahlen waren. 1872 publizierte das renommierte Fachmagazin “The Tabacco Leaf” einen Artikel über die “Clear Havanas” und verglich sie mit den besten aus Kuba importierten Zigarren. Ein Jahr später schon fertigten über 8000 Torcedores rund 1,35 Millionen Zigarren in Florida. In diesen Boomzeiten wurde der Anteil von qualitativ hochstehenden Longfillern gegenüber maschinengefertigten Shortfillern immer kleiner. Nichtsdestotrotz waren in ganz Key West Zigarrenplakate und Dachbeschriftungen mit den verschiedenartigsten und buntesten Marken und Botschaften zu sehen.

Selbstverständlich tummelten sich viele schwarze Schafe auf dem lukrativen Markt. Oft wurde Tabak aus New York oder Pennsylvania für die Produktion verwendet und als “Clear Havana” ausgegeben. Gelegentlich wurden bestehende Labels, die seit jeher inländischen Tabak verwendeten, einfach mit einem spanisch klingenden Namen versehen. Dies um bei den Konsumenten den Eindruck zu erwecken, dass die Zigarren aus kubanischem Tabak hergestellt würden.

Im (englischsprachigen) Artikel “Hecho a Mano – Cigar Production in Tampa and Ybor City 1886-1939” beschreibt das Cigar City Magazine detailliert die verschiedenen Entwicklungsstufen der Clear Havana-Produktion.

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