August 2008

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Beginnen wir mit dem zweiten Teil des Titels: In einem der grossen Zigarrenfachhandelsgeschäfte Zürichs kaufte ich mir heute eine Lusitania. Doch anstelle der feierlichen Stimmung, die dem Verkauf von Genuss- und Luxusprodukten eigen sein sollte, meckerten zwei Angestellte im Humidor über eine Kollegin. An der Kasse tauchte diese auf, entschuldigte sich, irgendwas falsch abgelegt zu haben, wurde weggeschickt, eine der Kolleginnen machte die berühmte Wischbewegung über die Augen und die andere moserte weiter rum; das vor drei Kunden. Hey, Ladies, ihr verkauft nicht Kartoffeln auf dem Bauernmarkt. Zigarre ist ein Lebensgefühl, das sollte auch das Verkaufspersonal zelebrieren.

Nun zu den schönen Bildern: Ohne 5th AVENUE Products Trading GmbH wären Wiki und Blog nicht entstanden. Sehr viele der Fotos stammen aus deren Fundus. Was viele nicht wissen, in der Infothek von 5th AVENUE gibt es wunderschöne Videos zu sehen:

Landwirtschaft
Tabakparadies
Anbau, Ernte und Trocknung
Verwertung

Manufaktur
Vorbereitung der Deckblätter
La Barajita
Galera de Torcido
Die Kunst des Torcedor
Qualitätskontrolle
Escaparate (Schauraum)
Fertiggestellt

Der Genuss
Aufbewahrung und Alterung
Anschnitt, Anzünden und Genuss
Habanosommelier

Viel Genuss und beste Grüsse, A.

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Diese Frage beantwortet Sharpeye Framing mit “Sigaromanzia” – einer fast 100 Jahre alten Darstellung und Beschreibung von 12 Möglichkeiten, eine Zigarre zu halten.

Die Bilder sind geschützt, via diesen Link gelangt man aber direkt auf die einzelnen Bilder.

… Handy-Bild mit Aquarell-Filter – wenn schon, dann richtig schön kitschig ;-)


Das Schöne an Zigarren ist die Tatsache, dass sie neben Aussehen, Habtik und Geschmack auch mit geschichtlich und gesellschaftlich ansprechenden Aspekten zu begeistern vermögen. Einer dieser historischen Aspekte ist derjenige der “Clear Havana“, der vollständig aus kubanischem Tabak in Florida hergestellten Zigarren. Ein Auszug aus dem Cigar Wiki:

(Bildquelle: Cigar City Magazine)

Begonnen hat alles mit dem Guerra Larga auf Kuba. Damals setzten kubanische Migranten den Grundstein für die rasch aufkeimende Zigarrenindustrie in den Keys von Florida. Die Bedingungen für die aus Kuba gekommenen Facharbeiter waren perfekt: Kubanischer Tabak war sehr nahe und problemlos erhältlich und das Klima war nahezu gleich wie auf Kuba. Im Gegensatz zu Manufakturen im Norden der USA waren die Hersteller in den Keys nicht auf aufwändige Humidor- und Lageranlagen angewiesen.

Die Zigarren aus Key West, die vollständig aus kubanischem Tabak hergestellt wurden, nannten sich “Clear Havanas”. Sie standen im Ruf, den Originalen von der benachbarten Insel in keinerlei Weise nachzustehen. Der grösste Unterschied war im Preis anzusiedeln. Clear Havanas kosteten rund einen Drittel weniger als die Havannas. Dies, weil keine Import- und Exportsteuern zu bezahlen waren. 1872 publizierte das renommierte Fachmagazin “The Tabacco Leaf” einen Artikel über die “Clear Havanas” und verglich sie mit den besten aus Kuba importierten Zigarren. Ein Jahr später schon fertigten über 8000 Torcedores rund 1,35 Millionen Zigarren in Florida. In diesen Boomzeiten wurde der Anteil von qualitativ hochstehenden Longfillern gegenüber maschinengefertigten Shortfillern immer kleiner. Nichtsdestotrotz waren in ganz Key West Zigarrenplakate und Dachbeschriftungen mit den verschiedenartigsten und buntesten Marken und Botschaften zu sehen.

Selbstverständlich tummelten sich viele schwarze Schafe auf dem lukrativen Markt. Oft wurde Tabak aus New York oder Pennsylvania für die Produktion verwendet und als “Clear Havana” ausgegeben. Gelegentlich wurden bestehende Labels, die seit jeher inländischen Tabak verwendeten, einfach mit einem spanisch klingenden Namen versehen. Dies um bei den Konsumenten den Eindruck zu erwecken, dass die Zigarren aus kubanischem Tabak hergestellt würden.

Im (englischsprachigen) Artikel “Hecho a Mano – Cigar Production in Tampa and Ybor City 1886-1939” beschreibt das Cigar City Magazine detailliert die verschiedenen Entwicklungsstufen der Clear Havana-Produktion.

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Bei der Stipvisite in der Nägeli Tabakfass-Filiale in der Raststätte Würenlos bot sich im Humidor ein Bild wie aus dem Strategie-Lehrbuch für Schweizer Milizoffiziere: Der übermächtige Gegner wird an den verwundbaren Flanken angegriffen. Don’t panic, Militärterminologie wird im Genussblog nicht Einzug halten, aber dieses spontane Bild halt sich halt geboten: Bisher waren die Oettinger Davidoff-Produkte (Nägeli Tabakfässer sind Teil der Gruppe) nämlich von den Havannas separiert. Nun bedrängen an den Regalflanken insbesondere die meines Erachtens so harmlosen wie übertrieben gelobten neuen Winston Churchill Cigars die Havannas. Wanken werden sie nicht und legitim ist diese Praxis ohnehin – es ist ja schön, dass Davidoff auf der Autobahn überhaupt ein so breites Sortiment anbietet.

Apropos Havannas-Alternativen: Kuba-Freak Ricci schwärmt ausserhalb des Habanos-Sortiments derzeit für die 601 von Don Pepin Garcia aus Nicaragua.

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(Bildquelle und Copyright: Fotografie Tobias Hauser)

Foto-Künstler Tobias Hauser hat das Cigar Wiki von Beginn weg unterstützt. Im Wiki finden sich weitere Impressionen und weiterführende Links auf Hausers Website, seine Vorträge, Publikationen und Foto-Erlebnisreisen, die ihn und seine Gäste regelmässig auch nach Kuba führen.

Mittagssmoke

Genossen und wie immer für sehr gut befunden: Bolívar Royal Corona.

Das archaisch anmutende Ding im Vordergrund ist ein Prince Pocket Torch – nicht hübsch, aber sehr robust (im Gegensatz zu vielen anderen Jet Flame-Feuerzeugen).

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… bei einem wunderbaren Smoke gestern haben wir über das Thema diskutiert. Das Schöne an der Arbeit am Cigar Wiki ist, dass ich bei solchen Gelegenheiten auf fundierte Informationen und entsprechende Einträge verweisen kann. Hier der Artikel “Entstehung der kubanischen Labels“:

Matices (“Kubas begehrte Blätter“) schreibt über die Entstehung der Labels, dass die meisten der teilweise heute noch existierenden Havanna-Marken in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden seien. So steht die die Marke “H. de Cabañas y Carbajol” seit 1825 im Handelsregister von Havanna. Das von Jaime Partages gegründete Label Partagas (s. “Das Leben einer wunderbaren Cigarre“, Cigar Clan 2/2006) kam 1827 dazu. Jaime Partagas war ein Besitzer von Tabakpflanzungen in der Pinar del Rió-Region. Laut Matices hat seine Zigarrenmanufaktur von Beginn an schwarze Zahlen geschrieben. 1864 wurde der Firmengründer ermordet. Da sein Sohn nicht das unternehmerische Talent seines Vaters geerbt hatte, wurde die Manufaktur schliesslich von José Bances gekauft.

Hoyo de Monterrey” wurde zur gleichen Zeit von den Katalanen Miguel Jané y Gener und Juan Comill y Pi gegründet. Ein Neffe von Miguel Jané y Gener hat 1867 zusammen mit seinem Onkel das Unternehmen “José Gener y Miguel” gegründet, anschliessend mit seinen Brüdern “José Gener y Cia” und schliesslich “José Gener y Batet”. Gemäss Laut Matices entstand 1834 “Por Larrañaga” und 1840 “Punch“. Die Manufaktur, in der die erste “Punch” hergestellt wurde, ist von einem Deutschen gegründet worden. Wichtige Markenregistrationen waren zudem: “H. Upmann” (1844), “La Corona” (1845), “El Rey del Mundo” (1848) und “Romeo y Julieta” (1850).

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Es gibt Zigarrenlabels, die blendet man beim Einkauf irgendwie einfach aus. Für mich gehörte Rafael Gonzáles zu den unbeachteten Marken – bis Ricci mit seiner bekannt nachhaltigen Art und Weise zum Test der Coronas Extra drängte. Obwohl normalerweise eher nicht mein Format, testete ich artig und war begeistert.

Zum Label selber ist im Cigar Wiki zu lesen:

Die Marke Flor de Rafael Gonzalez entstand in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dieser Marke entstammt eine Zigarre von 165 mm Länge und 16,67 mm Durchmesser mit dem Herstellungsnamen Cervante. Sie war die erste die Londsdale genannt wurde, nach Lord Lonsdale, einem sportlichen Grafen aus England, der ein berühmter Zigarrenliebhaber dieser Zeit war. Heutzutage benutzen viele weitere Habanos-Marken den Namen dieses Formates ebenfalls.

Ein wunderschönes Detail ist auf der Innenseite der Kistchen zu finden:

Auf dem Deckel jeder Kiste befindet sich eine merkwürdige, englische Inschrift, die besagt, dass die Zigarren innerhalb eines Monats nach dem Versand aus Havanna geraucht werden sollten. Andernfalls sollte man sie für den Zeitraum von einem Jahr sorgfältig reifen lassen.

Bildquelle: 5THAVENUE Products Trading GmbH

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… sagt CEO Reto Cina in der Tabakzeitung. Ein Auszug:

Auch in der Schweiz „läuft es gut“, wie Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group, im Gespräch mit DTZ erklärt. Rückläufig ist die Entwicklung hingegen in Deutschland, Frankreich und Spanien.
Deutlich gestiegen ist die Zigarrenproduktion mit einem Plus von 15,8 Prozent auf 30,8 Millionen Stück. Dafür nennt Dr. Cina drei Gründe:

  • Einführung neuer Produktlinien, auch in günstigeren Preislagen;
  • Ausbau der Drittmarken;
  • und last but not least Wachstum bei den Marken „Davidoff“ und „Zino Platinum“.”

Die Situation der Villiger Gruppe wurde im Wiki Forum “Presse, News & Zigarren” festgehalten.

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