Einige werden ob des Titels aufzucken und Gedanken haben wie: “Was? Lemminge! Ich bin innovativ und mach was. Frechheit.” Nun, kein Thema. Logisch gibt es innovative Menschen in der Zigarrenbranche. Mir kommen einige in den Sinn. Die grosse Masse aber rückt immer näher an den Abgrund, hat Geschäftspraktiken, Kommunikation und dergleichen seit Jahren nicht an neue gesellschaftliche und technologische Rahmenbedinungen angepasst und harrt, die Zukunftsszenarien mehr oder weniger erfolgreich verdrängend, der Dinge, die da (mit Sicherheit) kommen werden.
Hey, da fehlten in Bayern noch Unterschriften für das Antiraucher-Volksbegehren und welche Stimmen hört man: Logisch, nur die der Tabakgegner. Einmal mehr eine konzentrierte Aktion der Branchengegner, einmal mehr das grosse Schweigen bei den Branchenbefürwortern. Oder noch schlimmer: Wie M. Fröhlich in seinem Blog unter “Kubanisches PR-Fiasko” gestern geschrieben hat, bringt ein von der Branche mit Inseraten am Leben gehaltenes Hochglanzmagazin doch tatsächlich ein völlig unkritisches Porträt eines Graumarkttimporteurs. Ja, aber hallo?! Was nützen da neue Siegel und Hologramme auf den Kisten, wenn solcherlei möglich ist?
Wenn ich persönlich kurz- bis mittelfristig in der Existenz bedroht wäre, dann würde ich mich wehren, meinen Einzel-Gefechtsstand aufgeben und mit Leidgenossen schnellstens nach schlagkräftige(re)n Lösungen suchen. Und ausserdem würde ich von meinem offiziellen Importeur verlangen, dass er sich mit Nachdruck dafür einsetzt, dass solcherlei dumm-unkritische Berichte, wie jüngst im Cigar, möglichst nicht mehr publiziert werden können – oder dann wenigstens sanktioniert werden.
Schlagworte: Branche
-
Guten Morgen Hans,
Recht hast Du. Der große Teil der Fachhändler (BRD) hat das alles verschlafen was an neuen Dingen möglich ist. Er schließt jeden Morgen die Tür zum Laden auf und “hofft” auf Kunden. So geht das schon lange nicht mehr!
Fachhändler die aktiv werden bekommen im Gegenzug immer eins auf die Rübe, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Ich selber bin ein gutes Beispiel dafür.
Auch die Rolle des offiziellen Havanna-Importeurs (Schweiz und BRD) in Sachen PR und Markterforderlichkeiten lässt nicht nur aus meine Sicht zu wünschen übrig. Davidoff kassiert eine gute Location nach der anderen ein und prescht voran. Die Gegenoffensive der Cubaner lässt auf sich warten.
Sicher hat das auch etwas mit zur Verfügung stehenden Budgets zu tun und dem “Apparat” der Habanos. Aber ich sehe auch nicht wirklich ein Bemühen, leider.
-
Hallo zusammen
Dieses oben genannte Magazin weiss nach meiner meinung so oder so nicht auf welche Seite es sich stellen soll. Dazu kommt, dass das Heft ja von den Werbeeinnahmen, welche zu einem grossen Teil wiederum von einem weltweit bekannten Zigarrenproduzenten stammen, getragen wird.
Einerseits wage ich mich zu erinnern bereits schon mal ein Portrait eines “Grauimporteuren” aus Zürich abgedruckt wurde, ebenfalls ohne kritischen Hintergrund. Der Chefredaktor schrieb zudem jüngst in einem Editorial: “Wer im Internet Zigarren kauft, dem ist egal was man sich in den Mund steckt!” Weiter hinten im Magazin dann ein Portrait von M. Fröhlich und Werbung von andern Online-Händlern. Was soll denn das bitte? Eine Nachfrage ergab, dass man nur einen Deckanstoss geben wollte. Ein Stoss in die Magengegend würde ich sagen, das Magazin wird in Zukunft wohl ohne meine Werbeeinnahmen auskommen müssen. Nun aktuell also wieder ein Portrait eines Händlers der Zigarren an Leute verkauft, welche sich “irgendwas” in den Mund stecken. Es ist vielleicht an der Zeit, dass unser Generalimorteur die Werbung an solchen zwiespältigen Orten einstellt und die Schraube etwas anzieht.
Auf der anderen Seite frage ich mich was die ganze Sache des Generalimporteuren bringen soll. Das Argument “Wir können die Echtheit garantieren” zieht doch ohne weiteres nicht einfach so. Dass viele Zigarren aus den selben Lagern stammen wie sie die Habanos versendet liegt auf der Hand, ansonsten müssten die neuen Barcodes ja nicht von den Grauimporteueren entfernt werden um Ihre Mittelsmänner zu schützen.
Ich stehe durchaus auf der Seite der Intertabak, denke jedoch dass die Habanos SA, die Versandlager in Kuba und vielleicht gar der Zoll, hier mit Nachdruck reagieren sollten. Somit könnten dann eindeutige Fälschungen und die Grauimporte reduziert werden.
-
Das erwähnte Magazin hat leider keine erkennbare Linie, keine klare Strategie und des öftern etwelche Mühe mit dem journalistischen Niveau. Dass gleich mehrfach Portraits über Parallelilmporteure (das Wort “grau” ist von vorgestern) publiziert werden ist eventuell Ansatz zu einer Linie: C, das Magazin des CH-Kuba-Zigarren-Parallelimports. Ein Weiterspinnen dieses Fadens verbietet sich für C aber schon deshalb, weil der grösste Paralleimporteur und seine Mutterfirma als Inserenten zu wichtig sind, um sie zu verprellen. Also doch keine Linie!

3 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Artikel
Trackback link: http://blogs.cigar-wiki.com/aficionado/2009/12/03/zigarrenbranche-wie-lemminge-am-abgrund/trackback/